Ausstellung

Künstlerleben in Bildern

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Schwarzenbek (cus). Das war eine Abstimmung mit den Füßen", raunte ein Besucher dem anderen bei der Eröffnung der Ausstellung des Hamburger Künstlers Rudolf G. Bunk im Amtsrichterhaus zu: Nach mäßigem Vernissage-Besuch im Vorjahr kamen zur ersten Ausstellung unter der neuen Regie von Meike Wenck mehr als 120 Gäste in das Haus am Körnerplatz 10.

Neben Ex-Kustos Hans-Jürgen Rumpf war unter den Gästen auch ein weiterer Freund des Hauses: HSV-Torwartlegende und Kunstmaler Rudi Kargus hatte im vorletzten Jahr seine Bilder am Körnerplatz gezeigt.

Nachdem zum Jahresende der Vertrag mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg endete, wird das Haus wieder in städtischer Regie durch Wenck und den Freundeskreis Amtsrichterhaus geführt. Die erste Ausstellung ist einem Künstler der "verlorenen Generation" gewidmet: Rudolf Gerhard Bunk wird 1908 in Treptow bei Berlin geboren. 1926 beginnt er ein Studium der Malerei an der Berliner Akademie bei Karl Hofer sowie der Bühnenbildnerei an der Kunstgewerbeschule bei Harald Bengen. 1933 und 1934 arbeitet er als freier Maler unter Max Beckmann in Frankfurt am Main und beteiligt sich an einer Ausstellung der Darmstädter Sezession, die von den Nazis jedoch verboten wird.

Als "entarteter" Künstler versucht Bunk, in die Schweiz und nach Schweden zu emigrieren, erhält jedoch in beiden Ländern keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Nach zahllosen Stationen kommen der Maler und seine Frau Marianne schließlich 1939 nach Kroatien, fliehen 1944 mit weiteren Flüchtlingen sogar bis Ägypten. Nach Kriegsende bleibt Bunk seiner neuen Heimat treu, arbeitet als erfolgreicher Bühnenbilder und Regisseur am Volkstheater von Dubrovnik. Bis 1958: Nach Anerkennung der DDR durch Jugoslawien wird Bunk ausgewiesen und kommt nach Hamburg, wo er am Deutschen Schauspielhaus und beim NDR als Bühnenbildner tätig ist, bevor er 1974 stirbt.

Seine über ganz Europa verstreuten Bilder hat Bunks Tochter, die Kunsthistorikerin Dr. Bojana Denegri, zusammengetragen: "Bildersuche - Auf den Spuren meines Vaters Rudolf Bunk" heißt ihr 2006 erschienenes Buch. 1994 hatte die 1941 in Split geborene Kunstexpertin ihre Spurensuche in Kroatien begonnen, wo Bunk noch heute bekannter ist, als in seiner letzten Heimat Hamburg. 2003 wurde sogar ein Kunstpreis in Dubrovnik nach ihm benannt. Auf 230 Seiten beschreibt Denegri die Stationen ihrer Suche von Kroatien bis ins österreichische Waidhofen an der Ybbs, wo die Familie 1938 kurze Zeit lebte.

Nach der erfolgreichen Ausstellungseröffnung folgt am kommenden Sonntag die nächste Premiere: Um 15 Uhr beginnt der erste Schwarzenbeker Salon: Bojana Denegri wird aus ihrem Buch vorlesen und das Leben ihres Vaters nachzeichnen. Die Ausstellung ist noch bis 1. März am Körnerplatz zu sehen: freitags bis sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.