Umfrage

Kaiserhof: Jetzt ist die Politik dran

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Stefan Huhndorf und Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Eigentlich war bei Gesprächen mit Politikern unterschiedlicher Fraktionen und mit Schwarzenbekern immer der Eindruck entstanden, dass die Bürger der Stadt die idyllische Atmosphäre rund um den alten Markt und das Ensemble mit dem Jugendtreff und dem Kaiserhof schätzen.

Knappe Mehrheit der von unserer Zeitung und der CDU befragten Bürger für den Abriss.

Nicht zuletzt der große Erfolg des seit zwei Jahren in diesen Bereich verlegten Weihnachtsmarkts war ein Indiz dafür. Umso mehr überrascht, dass eine - wenn auch knappe - Mehrheit der knapp 400 Befragten für einen Abriss der Gebäude ist. Unsere Zeitung hatte die nicht repräsentative Umfrage gemeinsam mit der CDU initiiert.

"Das Stimmungsbild liegt nun vor, wir werden in der Fraktion darüber beraten. Den Zwischenstand hatte ich Mitte Dezember auch schon im Planungsausschuss vorgestellt", sagte Hans-Joachim Delfs, Fraktionschef der CDU und Vorsitzender des Planungsausschusses.

Delfs hatte sich dazu entschlossen, ein Stimmungsbild einzuholen, da sich nach jahrelangem Streit um die in städtischem Besitz befindlichen Gebäude endlich eine Lösung abzeichnet. Die ist auch dringend erforderlich, da sonst wohl schon bald eine Sanierung anstehen würde - auf Kosten der Stadt, die in 2009 ohnehin schon fünf Millionen Euro Schulden für Großprojekte wie den Umbau des alten Gymnasiums aufnehmen muss. Ein Abriss und die Umgestaltung zu einem Marktplatz würde ebenfalls Folgekosten in Millionenhöhe nach sich ziehen, die die Stadt tragen müsste. So gesehen kommen die Pläne des Investors genau richtig, der beide Gebäude entkernen und mit einer Glaskonstruktion verbinden möchte.

Wie es jetzt weitergeht, liegt bei den Politikern. Für den 26. Januar ist zunächst eine interfraktionelle Sitzung terminiert, auf der der Investor sein nach den Wünschen der Mandatsträger verändertes Konzept vorstellen wird. Wie berichtet, ist der im Obergeschoss des Jugendtreffs geplante Kindergarten vom Tisch. Dafür soll es Seniorenwohnungen geben. Außerdem legten die Politiker Wert darauf, dass die Glaskonstruktion zwischen den Gebäuden den freien Blick auf die St.-Franziskus-Kirche ermöglicht.

* Das ist das Ergebnis:

Teilnehmer Fragebogen LL: 98, davon für den Erhalt 56 (57 Prozent) und 42 für den Abriss (43 Prozent). Bei der CDU konnten die Teilnehmer online im Internet abstimmen. Von dieser Möglichkeit machten 299 Schwarzenbeker Gebrauch. 129 (43,1 Prozent) waren für den Erhalt und 170 (56,9 Prozent) für den Abriss der Gebäude. Damit haben insgesamt 397 Schwarzenbeker teilgenommen. In der Summe sind 212 (53,4 Prozent) für den Abriss und 185 (46,6 Prozent) für den Erhalt der Gebäude.