Freiwillige Feuerwehr

2008 war ein "heißes Jahr" für die ehrenamtlichen Brandbekämpfer

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Schwarzenbek (tja). "Wir haben ein heißes Jahr hinter uns", bilanziert Martin Schröder, der Chef der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenbek. Er und seine 80 Kameraden mussten bisher zu mehr als 170 Einsätzen in der Stadt und dem Umland ausrücken. "Und oft kommen in der Silvesternacht noch ein paar Einsätze dazu", sagt Schröder. Die ehrenamtlichen Retter der Stadt sind darauf jedoch gut vorbereitet.

In den letzten zwölf Monaten haben vor allem mehrere Großbrände wie das Feuer im Wirtschaftsgebäude eines Bauernhofs in Louisenhof, der Brand einer Zimmerei in Büchen und einer Scheune in Kuddewörde Schwarzenbeks Feuerwehrleute auf Trab gehalten. Doch diese großen Einsätze führten die Feuerwehrleute ausschließlich in die Umgebung der Europastadt. "Wir führen diese positive Entwicklung des Brandgeschehens in der Stadt auf unsere umfangreiche präventive Ausbildung in Kindergärten, Schulen und Betrieben zurück", sagt Schröder. Nur 38 der bisher 172 Einsätze der Wehr waren Feuer, von denen ein Dutzend außerhalb der Stadt lagen.

Die Zahl der Einsätze hat damit in diesem Jahr den dritthöchsten Wert in der 125-jährigen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenbek erreicht. Im Rekordjahr 2003 mussten die Retter 235 Mal ausrücken, im Jahr 2007 gab es 192 Einsätze.

"Für eine ausschließlich ehrenamtlich aufgestellte Feuerwehr ist das eine enorme Belastung", sagt Schröder. "Wir können dieses Pensum nur dadurch erfolgreich meistern, weil die Arbeitgeber gut mitspielen und den Kameraden bei Einsätzen freigeben. Für die Sicherheit in unserer Stadt wünsche ich mir, dass das auch so bleibt."

Schröder: "Im Gegensatz zu den Bränden hatten wir es in diesem Jahr zum Glück nicht ein einziges Mal mit einem wirklich schweren Verkehrsunfall zu tun. Das war in den Jahren zuvor meistens weitaus schlimmer."

Die Statistik der Wehr nennt 76 technische Hilfeleistungen, doch in keinem Fall waren Autofahrer nach Unfällen in ihren Wracks eingeklemmt. 41 Mal konnten die Feuerwehrleute in diesem Jahr Menschen aus Notlagen retten. Auch eine hilflose Katze profitierte vom Einsatz der Feuerwehrleute: Sie holten den Stubentiger aus einer Güllegrube. 26 Mal sorgten sie bei größeren Veranstaltungen für Sicherheit.

Im kommenden Jahr steht bei den Feuerwehren im Lauenburgischen ein technischer Umbruch bei der Alarmierung an. Künftig werden die Retter über einen digitalen Alarm zum Einsatz gerufen. Dabei informiert sie ein Meldeempfänger mit einer Textnachricht über den Einsatzort und was dort los ist. "Das nötige Geld ist im städtischen Haushalt vorgesehen", sagt Schröder. 2010 soll dann ein neues Mehrzweckfahrzeug beschafft und der Kauf einer rund 600 000 Euro teuren, neuen Drehleiter vorbereitet werden.