Erneuerung

Nach 70 Jahren hat Kollow wieder ein Glocke . . .

Kollow (cus). Fast 70 Jahre ist es her, dass in dem 630 Einwohner zählenden Dorf zum letzten Mal ein Glockenklang zu hören war. Im Zweiten Weltkrieg war die alte Glocke eingeschmolzen worden. Der leere Glockenturm stand noch bis zum Jahr 1960 im Dorfzentrum, wurde dann ebenso wie die alte Dorfschule abgerissen.

Dass jetzt wieder ein Glockenturm mitten im Dorf steht, verdanken die Einwohner dem Amt für Ländliche Räume (ALR) in Lübeck. Mit 60 000 Euro aus EU- und Landesmitteln hat es die Erneuerung des Dorfplatzes samt Teichsanierung und Glockenturm bezuschusst. Anfang Dezember wurde der sechs Meter hohe hölzerne Turm mit seinem kupferverkleideten Walmdach per Kranwagen auf den Platz an der Königstraße gestellt, die 83 Kilogramm schwere neu gegossene Bronzeglocke eingehängt. "Eines kann ich schon einmal sagen: Sie ist wohlklingend", verrät Bürgermeister Andreas Koop, der die Glocke beim Aufstellen von Hand läuten ließ.

Damit sie wie geplant täglich um 12 und 18 Uhr erklingen kann, fehlt jedoch noch der Stromanschluss. Der soll bis Ende Januar verlegt sein. Bis dahin will die Gemeinde auch eine Läuteordnung erstellen. Koop: "Theoretisch könnten wir die Glocke an jedem Tag des Jahres individuell läuten lassen." Jetzt wird überlegt, an welchen Feiertagen die Glocke wann und wie lange läuten soll. Die feierliche Einweihung ist allerdings erst für den 1. Mai geplant - mit Glockenweihe, Flohmarkt und einem Dorffest rund um den Turm.