Nahverkehr

Neue Runde im Kampf um mehr Züge

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Stefan Huhndorf

Schwarzenbek. Es gab Petitionen, eine Podiumsdiskussion und massive Proteste seitens Pendlern und Schülern auf der neu eingerichteten Internetseite www.wirhabenkreuz.de - bislang haben die Bürgermeister Frank Ruppert (Schwarzenbek) und Uwe Möller (Büchen) aber nur einen Teilerfolg im Kampf gegen die Streichungen im Fahrplan der Bahn erringen können.

Trotz massiver Proteste streicht die Bahn viele Verbindungen der Linie Schwarzenbek-Büchen.

Die mit der Bestellung der Züge und somit der Gestaltung des Fahrplans beauftragte Landesweite Verkehrsservice-Gesellschaft (LVS) wollte 14 Regionalbahn-Verbindungen am Tag auf der Linie Büchen-Schwarzenbek-Hamburg streichen. Nun gibt es wenigstens am Nachmittag einen Zug, der um 15.12 Uhr von Schwarzenbek nach Büchen fährt.

"Für die Pendler ist dagegen nichts geschehen. Das werden wir so nicht akzeptieren", sagte Möller gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Amtskollegen Ruppert im Büchener Bürgerhaus.

Dagegen sind in anderen Teilen des Landes zusätzliche Verbindungen dazu gekommen. "Beispielsweise auf der Linie nach Westerland. Dabei verkennt das Land, dass die Pendler erst einmal hier im Hamburger Umland das Geld verdienen müssen, um dann in Westerland Urlaub machen zu können", fügte Ruppert hinzu.

Schon jetzt haben die Züge bis zu 50 Minuten Verspätung, Pendler und Schüler finden nur mit knapper Not Platz in den bereits überfüllt aus Mecklenburg-Vorpommern kommenden Zügen. Das war auch das Ergebnis der Podiumsdiskussion mit mehr als 450 Besuchern im Schwarzenbeker Gymnasium (wir berichteten).

"Wenn der neue Fahrplan in Kraft tritt, werden Fahrgäste auf den Bahnsteigen bleiben", prognostiziert Möller. Die beiden Bürgermeister wollen jetzt den Druck auf das Kieler Verkehrministerium erhöhen, um zumindest einen Teil der Streichungen rückgängig zu machen. Sie fordern Pendler auf, Verspätungen zu dokumentieren und im Idealfall auch Fotos mit Zug und Bahnhofsuhr zu machen und diese ins Internet unter info@wirhabenkreuz.de zu stellen. "Wir werden die Mails sammeln und diese anonymisiert an das Ministerium, den Kreis, die Landtagsabgeordneten und andere Verantwortliche weiterleiten. Dann kann niemand mehr sagen, die Probleme seien ihm nicht bewusst", kündigte Möller an.