Sicherheit

Polizei nimmt Radfahrer ins Visier

| Lesedauer: 2 Minuten
Annika Glunz und Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Zum Schulbeginn am frühen Morgen sowie nach Schulschluss am Mittag sind in der Innenstadt Hunderte von Kindern und Jugendlichen mit ihren Fahrrädern unterwegs. Obwohl es seit dem Umzug des Gymnasiums von der Berliner an die Dr.-Brucklacher-Straße rund 900 Schüler weniger sind, fühlen sich noch immer viele Fußgänger durch "rasende Radlergruppen" bedroht.

Auf dem Schulweg missachten jugendliche Radfahrer häufig die geltenden Verkehrsregeln.

"Vielleicht waren wir auch ein wenig betriebsblind", sagt Polizeihauptkommissar Axel Funck. Die Polizeizentralstation an der Compestraße liegt an der Hauptroute der Radler, die von der Berliner Straße über die Kreuzung Berliner Straße/Markt, den Durchgang neben der St.-Franziskus-Kirche, die Compestraße und den Fußgängertunnel in die Wohngebiete nördlich der Bahnlinie fahren. Nach der Beschwerde eines Schwarzenbeker Anwalts wollen die Beamten das Fehlverhalten der Radler künftig stärker unter die Lupe nehmen.

Vor allem am Kreuzungsbereich wollen die Polizisten mehr Präsenz zeigen: Gerade für Kunden des CML-Modehauses ist die Situation brenzlig, denn sie sind nach dem Verlassen des Geschäfts gleich auf der Fahrbahn der Schüler.

Gebessert hat sich die Situation im Fußgängertunnel. Nachdem dort zwei Radfahrer in voller Fahrt kollidiert waren, hatte das städtische Ordnungsamt reagiert und getrennte Fahrspuren für Fußgänger und Radler eingeführt (wir berichteten). Ein neuer Gefahrenpunkt ist jetzt die Fußgängerampel an der Kerntangente/ Dr. Brucklacher Straße: Auf dem schnellsten Weg zum Bahnhof missachten Schüler oft das Rotlicht.

"Wir haben ein gut ausgebautes Radwegenetz, aber viele Radfahrer halten sich gerade in Stoßzeiten nicht an die Verkehrsregeln", wirbt Funck für ein friedliches Nebeneinander von Fußgängern und Radlern. Seine Beamten sind zurzeit vermehrt als Fußstreife unterwegs, sollen durch ihre Präsenz die Verkehrsrowdys einschüchtern. Wenn das nicht hilft, sind demnächst auch Verwarngelder fällig, so Funck.

Eine andere Tatsache lässt sich allerdings auch nicht von der Hand weisen: "Bei älteren Mitbürgern lässt die Seh- und Hörfähigkeit nach. Außerdem können sie nicht mehr so schnell reagieren. Da macht es natürlich Angst, wenn plötzlich ein Pulk von Radfahrern auf einen zugerast kommt", rät Funck zu mehr Rücksichtnahme. Und: Auch Fußgängern kann ein Verwarngeld drohen, wenn sie absichtlich gekennzeichnete Radwege benutzen.