Aktion

Hier fällt die Alster-Tanne

Zahlreiche Schaulustige waren gestern Morgen dabei, als am Verbrüderungsring 20 a die Hamburger Alster-Tanne 2008 gefällt wurde. 36 Jahre lang hatte die Schwarzwaldtanne im Garten von Ingrid und Erich Thiel gestanden. "Sie war vor 36 Jahren ein Geschenk meiner Mutter aus einer Elmenhorster Baumschule", erinnerte sich Erich Thiel.

Damals war das Bäumchen 40 Zentimeter hoch. "Heute ist sie viel zu groß für unseren kleinen Garten", sagte der Rentner und verfolgte, wie der Baum gefällt wurde. 22 Meter und damit viel höher als die Reihenhäuser in der Siedlung wuchs der Baum. "Zuletzt spendete er mehr Schatten als uns lieb war", sagt Ingrid Thiel.

Gestern schlug nun das letzte Stündchen der Tanne: Die Straße wurde eigens gesperrt, die Polizei überwachte die Aktion, neben einem 125-Tonnen-Autokran waren auch zwei Tieflader angerückt. Einer alleine, um Kontergewichte für den Kran heranzuschaffen. "Wir müssen mit viel Ausladung arbeiten, um mit dem Haken über die Tannenspitze zu kommen. Da sind Zusatzgewichte nötig, um den Kran sicher abzustützen", sagte Kranfahrer Volker Arndt. Er hatte aber ebenso wie Baumpfleger Frank-Christoph Hagen schon mehrmals Bäume auf diesem Weg entfernt. So lief dann auch alles glatt.

Erst wurde eine Stunde lang der Telekran aufgebaut, dann ging es ruck zuck. Hagen spitzte den Baumstamm gleich an, so dass er an der Alster problemlos aufgestellt werden kann. Dann sägte er den 60 Zentimeter dicken Stamm durch.

Viel schneller als geplant war der Baum dann auf dem Tieflader verstaut und nach insgesamt vier Stunden fest für den Transport verzurrt. "Wir hatten mit Windböen zu kämpfen, aber es passte einfach alles gut", sagte Hagen.

Die HanseMerkur-Versicherung (Hamburg) sponsert die Aktion, schweigt aber über die Kosten. Allein die Fällung und der Transport dürften mehrere Tausend Euro gekostet haben. Zudem sollen tausend 25-Watt-Lampen den Baum von Dienstag an in stimmungsvolles Licht tauchen.