Zeitgeschichte

Von unverstandenen 68ern

Genau 40 Jahre ist es mittlerweile her, dass sich Studenten gegen die bestehenden Verhältnisse an den Universitäten auflehnten. Die antifaschistische Bewegung, die sich daraus entwickelte, ist auch heute noch unter dem Begriff "68er" generationenübergreifend bekannt.

Der Hamburger Historiker Professor Eckhardt Opitz schloss 1968 sein Studium in Philosophie und Geschichte ab und hat die Entwicklung der Studentenbewegung am eigenen Leib miterlebt. Im Amtsrichterhaus hielt er am Dienstag einen Vortrag über die Generation, die die heutige Gesellschaft und Politik nachhaltig beeinflusst hat.

Hauptauslöser für die Entstehung der oft als revolutionär bezeichneten Bewegung sei, so Opitz, der wirtschaftliche Abschwung gewesen, der 1965 anfing und 1967 den Nullpunkt erreichte. Das sorgte für Ängste innerhalb der Bevölkerung. Viele Bürger zweifelten daran, ob die liberale Marktwirtschaft allein in der Lage sei, die Rezession in den Griff zu bekommen - genau wie heute angesichts der weltweiten Finanzkrise.

Damals wurde der Kommunismus heiß diskutiert. Auch Opitz selbst setzte sich intensiv mit dem kommunistischen Staatskonzept auseinander, empfand den Boykott von Vorlesungen und Autoritäten in den Universitäten jedoch als eher störend: "Ich stamme aus einem stockkonservativen Elternhaus, die Opposition gegen Autoritäten war also bei mir ziemlich stark ausgeprägt. Der Wehrdienst hat mich jedoch davor bewahrt, in irgendwelche extremen Bewegungen abzudriften. Ich zählte mich immer zu den sozial Liberalen", so der heute 69-Jährige.

Die Opposition gegen bestehende Verhältnisse spielte sich ohnehin hauptsächlich unter den Studenten ab. Als der Professor einige umständlich formulierte und mit Fremdwörtern gespickte Forderungen des "Sozialistischen deutschen Studentenbundes" zitierte, wurde den Zuhörern klar, warum damals kaum jemand etwas mit den Thesen anfangen konnte.

( (ag). )