Postbank

... und plötzlich geht der Geldautomat auf

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Marcus Jürgensen und Stefan Huhndorf

Die Situation ist ungewöhnlich, aber keineswegs selten: Mit der EC-Karte will man noch schnell Geld an einem Bankautomaten holen, doch der ist defekt und gibt die Karte nicht wieder her.

Das ist ärgerlich, doch nahezu unfassbar wird es, wenn der Automat erst die Karte schluckt und dann auch noch plötzlich aufgeht: So geschehen am Freitagabend um 18.16 Uhr in der Postfiliale an der Berliner Straße.

Nachdem die obere Service-Einheit mit Computer, Monitor und Kartenleser plötzlich aufgegangen war, suchte der Kunde im Vorraum der Post vergeblich nach einer Servicenummer. Dann rief er schließlich die Polizei zu Hilfe. Hauptmeister Roy Maaske zog kurzentschlossen die auf Auszügen gelagerte Serviceeinheit komplett heraus und gab dem Kunden seine Karte zurück.

Doch eine Servicenummer fand auch der Polizist nicht. Er rief schließlich eine Hotline an, die seine Einsatzzentrale für ihn herausgefunden hatte. Als nach einer Stunde immer noch kein Servicetechniker vor Ort war, schaltete der Polizist kurzerhand den Rechner ab und verschloss die Serviceinheit wieder.

Für Postbanksprecherin Iris Laduch ist dies eine böse Panne, bei der gleich mehrere Sicherheitsmechanismen versagt haben. Zurzeit ist die Postbank dabei, ihre Automaten mit Servicerufnummer zu versehen. "Schwarzenbek war noch nicht dabei", sagt sie. An das Geld im unteren Tresorbereich - am Freitagabend immerhin rund 113 000 Euro - wären Kriminelle jedoch nie gelangt, so Laduch: "Dieser Bereich ist zusätzlich gesichert, außerdem würde bei Entnahme eine Farbpatrone die Geldscheine unbrauchbar machen." Auch seien die EC- oder Postbank-Karten ohne PIN-Nummer wertlos. Auch über den Rechner hätten sich Straftäter nicht in das Zahlungssystem einloggen können.

Laduch bestätigt jedoch, dass es am 21. Oktober durch Manipulationen 20 bis 30 Postbankkunden in Schwarzenbek um beträchtliche Beträge erleichtert wurden: Kriminelle hatten ein eigenes Lesegerät am Türöffner installiert, den Magnetstreifen gelesen und die PIN-Nummer ausgespäht. "Wir haben den Schaden unbürokratisch erstattet, weil die Kunden ja nicht fahrlässig gehandelt haben", so Laduch. Seitdem sind bundesweit die Türöffner auf Tagbetrieb geschaltet, die Filialen auch nachts für jedermann zugänglich.