Wer ist der Beste mit Säge, Maurerkelle und Spachtel?

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Er ist Betonbauer und arbeitet dennoch am liebsten mit Holz: Nicolai Mozar (20) ist Schleswig-Holsteins bester Beton- und Stahlbetonbauer. Vor drei Jahren hatte sich der Roseburger mit dem Hauptschulabschluss in der Tasche beim Müssener Bauunternehmen Riewesell um einen Ausbildungsplatz beworben. "Eigentlich wollte ich Zimmermann werden, denn ich arbeite gerne mit Holz", sagt Mozar.

Während seiner Ausbildung zum Betonbauer hatte er dafür jedoch ausgiebig Gelegenheit. "Ich hatte Glück, dass ich in einem Betrieb arbeite, in dem noch viel individuell gefertigt wird", sagt Mozar. Statt Fertigteile aus Beton einzupassen, konnte der Jung-Geselle seiner Leidenschaft frönen und hölzerne Schalungen bauen. Gerade hat der 20-Jährige eine hölzerne Rampe gebaut, formt aus kleinen Kanthölzern einen Halbkreis und stützt die Konstruktion mit dicken Balken - immerhin zwei Tonnen Beton muss die Schalung tragen, damit daraus eine Treppe mit halbrundem Abschluss an der erste Stufe entstehen kann. Der wird jedoch nie fließen: Der Bau ist Training für die Deutsche Meisterschaft der Bauhandwerker, die von Sonnabend bis Montag in der Möllner "Bauhalle" ausgerichtet wird. Dort übt Mozar bereits seit eineinhalb Wochen, baut Aufgaben früherer Meisterschaften nach, die Bauhallen-Leiter Thomas Holst besorgt hat. Seine Firma hat ihm für die Vorbereitung frei gegeben. "Außerdem bummele ich Überstunden ab", sagt Mozar, dem als Bundessieger ein dreijähriges Weiterbildungsstipendium und die Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften winkt.

Als Innungsbester hatte sich Mozar ebenso wie Zimmerer Pablo Ryan (Zimmereibetrieb Frank Willers, Lauenburg) und Maurer Artan Mehmeti (Baugesellschaft Börnsen, Hamwarde) zunächst für die Landesmeisterschaft in Elmshorn qualifiziert. Während es für Mehmeti "nur" zum undankbaren vierten Platz reichte, qualifizierten sich Mozar und Ryan als Landessieger für die 57. Deutsche Meisterschaft in den Bauhandwerken, die zum zweiten Mal nach 1998 in Mölln ausgerichtet wird.

Insgesamt haben sich 60 Teilnehmer aus 16 Bundesländern für die Meisterschaft qualifiziert: Maurer, Zimmerleute, Beton- und Stahlbetonbauer, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Straßenbauer und Stuckateure. Die weiteste Anreise hat Ryan: Der 23-jährige Lüneburger leistet zurzeit seinen Zivildienst in einem Jungen-Internat im Peru ab. Für den Landesentscheid und die Deutsche Meisterschaft ist er extra eingeflogen.

( (cus). )