Alte Schule wird wieder neu

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Marcus Jürgensen

Der grau-schwarze Bau an der Berliner Straße wird zum modernen Schulgebäude umgebaut.

"Na dann wollen wir mal", sagt Carmine Scalise und setzt den Kuhfuß an. Binnen weniger Minuten zerlegt der 44-jährige Schweriner mit seinem Kollegen Thomas Naterski (31) das Lehrerpult des Physiksaals. Generationen von Schülern haben hier auf den erhöhten Sitzbänken gesessen und Experimenten wie der Verwandlung von Schwefel unter Gestank und Rauch zu Schwefeloxid verfolgt.

Doch moderner Unterricht sieht anders aus. So wie das zentrale Pult verschwinden auch die Sitzreihen: In eineinhalb Jahren werden Schüler im neuen multifunktionalen Fachraum der Gemeinschaftsschule Schwarzenbek an von der Decke herabhängenden Arbeitsstationen jedes Experiment gleichzeitig selbst nachvollziehen - so wie schon jetzt im neuen Gymnasium.

Der aus den 70er Jahren stammende, immer wieder erweiterte Schulbau, in dem bis April noch das Gymnasium beheimatet war, soll bis Ende 2009 vollständig saniert und umgebaut werden. "Weil dies Schule in mehreren Abschnitten erweitert wurde, bietet es sich auch an, sie so Stück für Stück zu sanieren", sagt Bau-Ingenieur Arne Evensen vom Büro "ppp architekten GmbH" aus Lübeck, dessen Sanierungskonzept unter 30 Entwürfen ausgewählt wurde.

Bereits jetzt sind alle Versorgungsleitungen gekappt, gibt es im Altbau weder Wasser noch Strom oder Gas. Anschließend werden alle Räume entkernt: Stromkabel, Gas- und Wasserleitungen, Bodenbeläge, Einbaumöbel und Decken entfernt. Lediglich die Fenster bleiben erhalten. "Die wurden erst in den 90er Jahren erneuert, entsprechen noch den modernen Anforderungen", sagt Bauamtsmitarbeiter Reinhard Schmüser. Wichtigste Veränderung: Die schwarzen Fassadenplatten verschwinden. Die sanierte Schule erhält eine weiße Wärmedämmung mit graphitfarbenen Klinkern im Erdgeschoss und farbigen Markisen an den Fenstern. Kosten der Komplettsanierung: rund 9,2 Millionen Euro.