Lauenburg

Betrügern nicht auf den Leim gehen

Polizei und Puppenspiel klären auf

Lauenburg.  „Guten Tag, ich muss ihre Wasserleitungen kontrollieren. Hier in der Straße ist ein Rohrbruch.“ Der junge Mann im blauen Arbeitsanzug, der bei Lisbeth, der alten Dame im zweiten Stock, klingelte, war sehr besorgt und hatte es eilig. Der Frau kam das komisch vor, aber er machte einen guten Eindruck und deshalb ließ sie ihn in die Wohnung. Die Seniorin sollte im Bad das Wasser laufen lassen und Bescheid geben, wenn es braun werde. Es wurde nicht braun und schließlich verabschiedete sich der junge Mann: „Alles in Ordnung!“

Der Polizeikommissar Tino Sdunek vom Sachgebiet Prävention der Polizeidirektion Ratzeburg erzählte im Restaurant „Soltstraatenhus“ knapp 30 Senioren diese Geschichte. „Nichts war in Ordnung. Denn während sie das Wasser beobachtete, hatten der angebliche Monteur und ein Komplize die Wohnung nach Bargeld und Wertsachen durchsucht und sie bestohlen“, sagt Tino Sdunek. Die dreisten Tricks stellte er mit Puppen nach. Sein wichtigster Darsteller: Der „Zweifler“, der über sein Bauchgefühl erzählt. An ihn sollen die Senioren sich erinnern, wenn das „Grummeln“ im Bauch mahnt, etwas lieber sein zu lassen. „Zweifeln ist erlaubt“, sagte Sdunek.

Der Polizist möchte den Senioren den Blick schärfen. Seine Ratschläge sind einfach: Möchte jemand Geld wechseln, ist das im Zweifel abzulehnen oder wenigstens Abstand zu halten, damit der Passant nicht in die Geldbörse greifen kann. Die Handtasche soll nicht im Rollator, Einkaufwagen oder im Fahrradkorb griffbereit stehen. Ein weiterer Rat: Nur so viel Geld mitnehmen, wie für den Einkauf benötigt wird. Klingelt es an der Tür und es wird niemand erwartet, sollte nicht geöffnet werden. Besser ist es erst einmal zu fragen, wer vor der Tür steht. Die neueste Masche: Wird die Tür geöffnet, drücken sie Fremde oft gleich nach innen und laufen in die Wohnung. „In diesem Fall rufen Sie laut um Hilfe und machen so im Haus auf sich aufmerksam“, rät Sdunek. Er warnt auch vor dem so genannten „Enkeltrick“, ein alter Hut, der aber immer noch sehr gut funktioniert. Ein vermeintlicher Enkel bittet am Telefon um Geld und schickt einen Freund, um es abzuholen.

Oder der „Schockanruf“: Es meldet sich eine Botschaft oder ein Anwalt und teilt mit, dass der Enkel im Ausland Hilfe benötigt, weil ihm ein Unheil widerfahren sei. Natürlich soll dem vermeintlichen Anwalt dann Bargeld übergeben werden. Oft wollen auch falsche Polizisten oder falsche Bankmitarbeiter kontrollieren, ob Bargeld und Wertsachen richtig aufbewahrt werden. „Alles Humbug. Fallen Sie nicht darauf herein!“, warnt Sdunek.