Fürstengarten

Verscherbelt die Stadt Lauenburg ihr Tafelsilber?

| Lesedauer: 3 Minuten
Elke Richel
Der historische Fürstengarten wird in Teilen verkauft.

Der historische Fürstengarten wird in Teilen verkauft.

Foto: Elke Richel / BGZ

Lauenburg. Für 800 000 Euro geht ein Drittel des Flächendenkmals auf dem Elbhang in Privatbesitz über.

Lauenburg.  Will die Stadt einen beträchtlichen Teil des Fürstengartens klammheimlich an den Investor des geplanten Hotels verkaufen? Einige Lauenburger befürchten dies zumindest. Wie berichtet hatte die Planzeichnung des Bebauungsplanes für Irritation gesorgt. Schließlich war während der Informationsveranstaltung zu dem geplanten Bauprojekt im April dieses Jahres von Privatisierungsabsichten überhaupt nicht die Rede gewesen. „An den Bürgern vorbei verscherbelt die Stadt ihr Tafelsilber“, befürchtet eine Lauenburgerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Auch die Versicherung der Stadt, dass die Fläche öffentlich zugänglich bleiben soll, kann sie von ihrem Verdacht nicht abbringen. „Was ist, wenn der Eigentümer des Hotels wechselt und dem neuen Investor plötzlich einfällt, einen Zaun zu ziehen?“, will sie wissen.

Verkauftes Grundstück bleibt Flächendenkmal

Bürgermeister Andreas Thiede schließt diese Möglichkeit entschieden aus. „Auch wenn ein Teil der Fläche in Privatbesitz übergeht, gehört er weiter zum Flächendenkmal Fürstengarten. Der Denkmalschutz verbietet, dass dort etwas verändert oder gar abgesperrt wird“, sagt er auf Nachfrage. Zum Verkauf sind 10 000 von insgesamt 32 000 Quadratmetern des Fürstengartens vorgesehen.

Stadt braucht Geld für Konsolidierung

Im Übrigen sei die Privatisierungsabsicht keine Angelegenheit, die hinter dem Rücken der Bürger beschlossen sei. „Der Verkauf der Fläche ist Teil des Konsolidierungsprogramms und das bereits seit 2012“, sagt der Verwaltungschef. Tatsächlich findet sich im Konsolidierungsvertrag mit dem Land diese Einnahmeposition. Insgesamt 880 000 Euro will die Stadt aus dem Verkauf für sich verbuchen. „Mit dem Investor des Hotels ist das bereits verhandelt“, sagt Thiede. Wen sich Hotelentwickler Gert Prantner als Investor mit ins Boot geholt hat, will er allerdings nicht sagen. „Es steht mir nicht zu, Auskunft zu geben, mit wem Herr Prantner Geschäfte macht“, so sein knapper Kommentar.

Hinsichtlich der Privatisierung müsse sich jedenfalls niemand Sorgen machen. „Die Bürger merken nicht mal etwas davon“, versichert Thiede.

Geschichte des Fürstengartens

Herzog Franz II. ließ 1590 auf dem Freudenberg den Fürstengarten anlegen. Hofgärtner Lilie gestaltete um 1656 den bis dahin verwilderten Jägergarten in einen prachtvollen, barocken Lustgarten. Am südlichen Berghang entstand ein Kuppelgewölbe, die Grotte, in der festliche Veranstaltungen stattfanden. Nach damaliger Mode standen antike Statuen in den Nischen des runden Gebäudes. Für den Herrscher hatte die Grotte eine besondere Funktion: Hier traf er sich mit seiner jeweiligen Geliebten. Im Jahre 1973 erwarb die Stadt Lauenburg das Gelände aus privatem Besitz. Angeblich betrug der Kaufpreis nur 160 000 Mark. Ein Gutachten des Landesamtes für Denkmalschutz hob den Wert hervor. Die Parkanlage wurde 2005 nach Originalplänen restauriert. Initiator des Projektes war der Bürgerverein Pro Lauenburg, Großsponsor der Unternehmer Günther Fielmann.

Herzog Franz II. ließ 1590 auf dem Freudenberg den Fürstengarten anlegen. Hofgärtner Lilie gestaltete um 1656 den bis dahin verwilderten Jägergarten in einen prachtvollen, barocken Lustgarten. Am südlichen Berghang entstand ein Kuppelgewölbe, die Grotte, in der festliche Veranstaltungen stattfanden. Nach damaliger Mode standen antike Statuen in den Nischen des runden Gebäudes. Für den Herrscher hatte die Grotte eine besondere Funktion: Hier traf er sich mit seiner jeweiligen Geliebten. Im Jahre 1973 erwarb die Stadt Lauenburg das Gelände aus privatem Besitz. Angeblich betrug der Kaufpreis nur 160 000 Mark. Ein Gutachten des Landesamtes für Denkmalschutz hob den Wert hervor. Die Parkanlage wurde 2005 nach Originalplänen restauriert. Initiator des Projektes war der Bürgerverein Pro Lauenburg, Großsponsor der Unternehmer Günther Fielmann.

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