Grundschule

"Pauseninsel" für aggressive Schüler

Lauenburg (bm). Gewalt, Tritte, Beleidigungen - längst geht es auch auf den Pausenhöfen der Grundschulen nicht mehr nur friedlich zu.

Welche Möglichkeiten nutzt die Lauenburger Weingartenschule, mit Kindern umzugehen, denen es schwer fällt, friedlich und ohne Konflikte eine Hofpause mit 440 weiteren Kindern zu verleben? Bisher versuchen Lehrkräfte und Mitarbeiter das pädagogische Gespräch zu suchen: Auf die Einsicht wird gesetzt, ebenso wie auf das Verständnis des Kindes für seine drangsalierten Mitschüler, Verhaltensalternativen werden angeregt.

Separiert von den Mitschülern verbringen die verhaltensauffälligen Kinder die Pausen derzeit in der Mathematikwerkstatt - im Wechsel beaufsichtigt von Lehrern, Schulsozialarbeiter Christian Knaack und einem "Zeitspender" der Lauenburger Bürgerstiftung. Das sollte aber aufgrund der Raumnot nur eine Übergangslösung sein, weil es derzeit keine Ausweichmöglichkeiten gibt.

Die angedachte Finanzierung einer Container-Lösung ist gescheitert, weil es der Bürgerstiftung trotz der Unterstützung des CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann nicht gelang, den finanziellen Grundstock als Hilfe für bauliche Maßnahmen und Ausstattung zu legen. Die Kosten für die Aufstockung um drei Container liegen nach Schätzung der Verwaltung bei 50 000 Euro, Geld das die Stadt als Schulträger nicht aufbringen kann.

Nun soll es der Begleitausschuss des Förderprogramms "Lauenburg in Aktion" richten und zumindest für die Ausstattung des Provisoriums sorgen: In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bürgerangelegenheiten, Soziales, Jugend und Sport signalisierten die Mitglieder aus Vereinen und Verbänden bereits Zustimmung, als Knaack das Konzept der "Pauseninsel" vorstellte: "Mit der Einrichtung der Pauseninsel entspannt sich die Pausensituation für alle", sagt er. Boxsäcke, Kicker, Bewegungsspiele und weiche Matten sollen für Aggressionsabbau sorgen.

Der Ausschuss hat den Vorgang erneut zustimmend zur Kenntnis genommen, nachdem er aufgrund der anfänglichen positiven Signale aus der Bürgerstiftung schon als abgearbeitet galt. Die Verwaltung soll zudem weiter nach Möglichkeiten suchen, die nötigen Räumlichkeiten zu schaffen.