Müllbrand

Großfeuer verwüstet Recyclinghof

Grambek. Haushoch züngeln die orangeroten Flammen in den Nachthimmel, der riesige Rauchpilz ist noch Kilometerweit zu sehen. Über Lautsprecher und Rundfunkdurchsagen werden die Anwohner gewarnt, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Erst später, als Gefahrgutspezialisten der Feuerwehr Messungen durchgeführt hatten, ist klar: der schwarze Rauch ist zumindest nicht giftig.

Ein Mitarbeiter der Nachtschicht hatte den Brand im Abfallwirtschaftszentrum Grambek, einem Unternehmen der Wentorfer Buhck-Gruppe, gegen 22 Uhr entdeckt. Das Feuer war im Ballenlager ausgebrochen. Zwischen dem gepresstem Recyclingmüll breiteten sich die Flammen rasend schnell aus. Binnen weniger Minuten standen 1200 Tonnen Kunststoffmüll auf einer Fläche von der Größe eines Fußballfeldes in Brand. 25 Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis rückten an, zudem der Löschzug zur Gefahrenabwehr und ein Spezialschaumlöschfahrzeug von der Werksfeuerwehr des Atomkraftwerkes Krümmel.

Den Einsatzkräften gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf die Sortierhalle und ein angrenzendes Waldstück zu verhindern. Lediglich ein überdachter Unterstand auf dem Gelände brannte komplett nieder, Menschen wurden nicht verletzt, es entstand rund 600 000 Euro Sachschaden. Das benötigte Löschwasser wurde auch aus dem rund zwei Kilometer entfernten Elbe-Lübeck-Kanal gefördert. Weil Schläuche quer über die Gleise verliefen, musste der Streckenabschnitt zwischen Mölln und Büchen gesperrt werden. Auch die Verbindungsstraße von Mölln nach Grambek und die Kreisstraße 68 waren zeitweise gesperrt. Insgesamt waren mehr als 350 Feuerwehrleute und Helfer des THW bis zum Mittwochnachmittag im Einsatz. "Die Sortierhalle ist intakt", lobte Geschäftsführer Dieter Steffen die Arbeit der Feuerwehren: Der Betrieb sei daher nicht beeinträchtigt.