"Tag des offenen Denkmals"

Pure Lebensfreude, überall in der Stadt

Lauenburg. Die Skeptiker wurden eines Besseren belehrt: Sowohl auf dem Mittelaltermarkt, in den engen Gassen der Altstadt, dem Töpfermarkt, bei der ElbeVeloTour und teilweise sogar in den Geschäften in der Oberstadt drängten sich gestern die Menschen.

Das Experiment, den "Tag des offenen Denkmals" mit anderen Angeboten zu verbinden, ging voll auf.

Mittelalterlicher Markt

Während sonst nicht selten bei "Spectaculums" happige Eintrittsgelder fällig werden, war der Spaß in Lauenburg frei. "Wir möchten wir uns von diesem Wucher bewusst abgrenzen", sagt Britta Kolb vom Veranstalter "Marktvagabunden". Zwar war das Lauenburger Spektakel vergleichsweise klein, bot aber ein erlesenes Angebot an Musik, Gauklern, Speis und Trank. "Der Fruchtmet ist das Beste, was ich je auf einem Mittelaltermarkt getrunken habe", lobte ein Besucher. Gaukler "Immernochfrank" bekam tosenden Beifall für seine Jonglier- und Knotenkünste, die Gruppe "Schabernack" spielte mittelalterliche Weisen und ein Kupferschmied schmiedete mit Kindern Kerzenhalter. Beim Seifensieder bekam man den Stallgeruch los und die leckeren Suppen im Brotteig füllten die Mägen. Auch Reisende fanden sich ein, um den einen oder anderen Händel zu suchen. So reiste Ritter Gotthard von Blauenburg im 35 Kilo schweren Harnisch mit seiner Leibwache an. "Dass es so toll hier ist, hätten wir gar nicht erwartet", sagten Cornelia Krohne (45) und Stefan Greuner (54) aus Kiel, die über den Markt schlenderten. "Der Kirchplatz selbst ist ja schön mittelalterlich. Das passt hier gut rein. Kompliment an die Stadt", meinte auch Matthias Grabow (34) aus Lüneburg.

"Tag des offenen Denkmals"

Wann gibt es schon mal Gelegenheit, einen ungenierten Blick in fremde Häuser zu werfen? Von diesem Angebot machten gestern unzählige Besucher Gebrauch, die sich durch die engen Gassen der Altstadt drängten, in der eigentlich fast jedes Haus ein Denkmal ist. Nicht selten gab es auch einen kleinen Plausch mit den Eigentümern, die immer wieder Auskunft zur Geschichte ihres liebevoll sanierten Schmuckstückes gaben.

Auch in der Oberstadt drängten sich die Besucher

Wer gemeint hatte, nur die Altstadt wäre ein Besuchermagnet, hatte sich getäuscht. Tausende pilgerten über Wallweg von der Unter- in die Oberstadt. Auf dem Töpfermarkt am Schloss drängten sich die Besucher und sogar in den meisten geöffneten Geschäften in der Innenstadt klingelte ordentlich die Kasse.

ElbeVeloTour

300 Radler waren das erklärte Ziel, das Kurt Schlicht von der Equipe Europa für Lauenburg angepeilt hatte. Doch nur 195 Teilnehmer gingen an den Start. Das reichte für den zweiten Platz hinter Boizenburg (335 Radler)und vor Bleckede (109 Radler). Doch wer Kurt Schlicht kennt, weiß, dass er sicher schon die nächste Städtewette plant.