Verkehrsproblematik

Elbstraßen-Anwohner fordern Hilfe

Lauenburg. Gedankenversunken durch Lauenburgs malerische Altstadt zu flanieren, ist ein leichtsinniges Unterfangen: Täglich brettern hier etwa Tausend Autos über das Kopfsteinpflaster, und wer sich nicht schnell genug mit einem Sprung auf den schmalen Gehweg rettet, riskiert Kopf und Kragen.

"Seit auf der Hafenstraße Tempo 30 gilt, ist die Situation unerträglich geworden. Viele nutzen die Elbstraße als Ausweichstrecke, da sie wissen, dass es hier ohnehin fast nie eine Geschwindigkeitskontrolle gibt", weiß Dr. Hajo Krasemann. Nicht nur die Sicherheit sei gefährdet, sondern auch der Verkehrslärm für die Anwohner oft unzumutbar.

Eigentlich darf in der Elbstraße nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden, außerdem ist die Einfahrt vom Ruferplatz nur Taxen und dem Altstadtbus gestattet, doch daran hält sich kaum jemand, wie eine Verkehrszählung im vergangenen Jahr ergab.

Große Hoffnung hatten Krasemann und seine Mitstreiter vom Arbeitskreis Altstadt (AAL) in das von der Stadt kürzlich erarbeitete Verkehrskonzept für die Altstadt gesetzt.

Doch während der Nutzungsvorschlag für den Kirchplatz mit kleinen Änderungen die politischen Gremien passierte, blockiert nun ein mehrheitlich angenommener Antrag der CDU eine kurzfristige Lösung für den fließenden und ruhenden Verkehr in der Altstadt. Laut diesem Beschuss soll die Verwaltung ein für das gesamte Stadtgebiet geltendes Verkehrskonzept erarbeiten. "Die Politiker schieben eine Lösung für das Verkehrsproblem in der Altstadt nur wieder auf die lange Bank", ärgert sich Anwohner Jörg Sönksen über mangelnde Hilfestellung der Volksvertreter für die genervten Bürger.

Bereits vor zehn Jahren hatte der Arbeitskreis Altstadt ein "Konzept zur Verkehrsberuhigung in Lauenburgs historischer Altstadt" vorgelegt. Kern der damaligen Überlegungen: Der Durchgangsverkehr soll verhindert, aber die Zugänglichkeit für die Anwohner sichergestellt werden. Dazu sah der Vorschlag zwei elektrisch versenkbare Poller vor: einen an der Elbstraße 107/109 und einen im Bereich des Elbschifffahrtsmuseums. Mit etwa 25 000 Euro sollte diese Variante voraussichtlich zu Buche schlagen, so die damalige Kostenschätzung.

Unterstützung beim Kampf gegen den Verkehrslärm erhalten die Bewohner der Altstadt jetzt vom Bürgeraktionsbündnis "Lauenburg reicht's!" (BAB). "Dass Autofahrer die Elbstraße als Abkürzung nutzen, weil sie nicht durch die Hafenstraße fahren wollen, zeigt doch, wie komplex die Verkehrsprobleme in Lauenburg sind", sagt BAB-Sprecher Heinz Victor und kündigt eine kurzfristige Abstimmung des gemeinsamen Vorgehens der beiden Interessenvertretungen an.

Der Bundesverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte bietet auf seiner Webseite www.hno-aertze-im-Netz.de eine kostenlose "Lärm-App" für Smartphone-Besitzer an. Neben vielen Informationen rund um die gesundheitlichen Auswirkungen kann auf diese Weise jederzeit zum Beispiel Verkehrslärm an einer Straße mit der jeweiligen Gefahreneinschätzung gemessen werden.