Verbindung

Erneut Diskussion über Fahrstuhl in die Oberstadt

Lauenburg. "Querdenker" Eckhard Tohde hat den Bau eines Fahrstuhls zwischen Unter- und Oberstadt wieder ins Spiel gebracht. Der 84-Jährige sieht keine bessere Möglichkeit für eine schnelle Verbindung. Das Thema war seit dem Bürgerentscheid gegen einen Schrägaufzug im Jahr 2009 tabu.

Das Thema ist in Lauenburg nach dem eindeutigen Bürgerentscheid gegen den Schrägaufzug eigentlich tabu, aber das kann Eckhard Tohde nicht schrecken: „Das Stadtzentrum muss mit durch eine geschickte Bewältigung des Höhenunterschiedes mit der Altstadt verschmolzen werden und das geht am effektivsten mit einer Fahrstuhlanlage“, ist er überzeugt.

Der 84-Jährige ist in der Stadt als „Querdenker“ bekannt, der noch lange nicht vorhat, seinen Lebensabend geruhsam im Lehnstuhl zu verbringen. Tohde mischt sich immer dann ein, wenn es um die Entwicklung seiner Heimatstadt Lauenburg geht. Deshalb hat er das zentrale Thema der beiden Zukunftskonferenzen, bei denen es vorrangig um die Entwicklung der Innenstadt ging, sehr ernst genommen und sich eigene Gedanken dazu gemacht: „Aus der Altstadt und der Oberstadt sollte ein gemeinsames Stadtzentrum geplant werden. Dem steht der steile Elbhang als Hindernis gegenüber, das durch Straßenbau nicht zu überwinden ist.“ Tohde gehörte deshalb auch ursprünglich zu den Verfechtern des Schrägaufzuges, hatte aber die städtischen Planungen dazu nicht kritiklos hingenommen. Insbesondere die damals geplante Bergstation an der Aussichtsplattform am Schloss missfiel ihm, wegen der zu erwartenden Beeinträchtigung des beliebten Ausflugszieles bei Touristen.

„Dass die Lauenburger dieses Projekt mehrheitlich komplett abgelehnt haben, kann doch nicht heißen, nicht mehr über alternative Projekte nachdenken zu dürfen“, meint der Inhaber eines Steuerberatungsbüros und zieht einen neuen Vorschlag aus dem Ärmel, der seiner Meinung nach nicht nur technisch und finanziell weniger aufwendig, sondern auch städtebaulich sinnvoller sei: Vom Hang am Graben sollte demnach mit einer schlichten Fahrstuhlanlage eine Verbindung zum Busbahnhof geschaffen werden. Dazu müssten 30 Meter Höhenunterschied bewältigt werden.

Die Frage nach den voraussichtlichen Kosten hält er für verfrüht: „Es ist wichtig, uns nicht immer von den Finanzen die Richtung des Denkens vorgeben zu lassen.“ Auch hätte er in vielen Gesprächen erfahren: „Die Entscheidungsträger der Stadt haben oft zu wenig Fantasie für Visionen.“

Dennoch sei er Realist und wisse, dass derartige Projekte finanziert werden müssen: „Städtebaumittel sind hierfür besser angelegt als für einen Kreisel am Posthof, durch den sich eigentlich nichts ändert. Der Bau einer Fahrstuhlanlage würde dagegen viele zusätzliche Besucher von der Unterstadt in die Oberstadt locken.“ Und – je besser das Stadtzentrum erschlossen werde, desto größer wäre auch die Anziehungskraft auf Investoren. Eckehard Tohde hat eine Vision: „Es muss eine Lust werden, jederzeit mit bequemer Verbindung aus der Unterstadt in das zukünftig attraktive Stadtzentrum zu gelangen.“