Kaiser Wilhelm

Rettung ist in Sicht

Lauenburg. Für Lauenburgs Wahrzeichen, den Raddampfer "Kaiser Wilhelm", ist Rettung in Sicht: Wie berichtet, benötigt das 112 Jahre alte Schiff dringend eine umfangreiche Instandsetzung, um es langfristig zu erhalten.

Die Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann (CDU) aus Lauenburg und Christel Happach-Kasan (FDP) aus Bäk hatten gemeinsam nach Möglichkeiten einer Rettung für das schwimmende Denkmal gesucht - und sind mit einem Förderprogramm des Bundes für Kulturdenkmäler fündig geworden. Bei einem Eigenanteil von zehn Prozent für den "Verein zur Förderung des Elbschifffahrtsmuseums" könnte eine Summe von 230 000 Euro bereitgestellt werden.

Mit diesem Geld können die nötigsten Arbeiten, vor allem die Erneuerung der beiden Radkästen, in der Winterpause realisiert werden. Langfristig muss aber auch das marode Deck erneuert werden. Dafür wären weitere Finanzmittel in noch unbekannter Höhe nötig.

"Wir freuen uns sehr über das Engagement der beiden Bundestagsabgeordneten, die unserem 'Kaiser Wilhelm' wieder ins Wasser helfen wollen", sagt Wilhelm Bischoff, Geschäftsführer des Vereins, der den Raddampfer ehrenamtlich betreibt und ihn seit mehr als 40 Jahren von Lauenburg aus zu Ausfahrten auf der Elbe einsetzt. In der Vergangenheit wurde es jedoch versäumt, ein Konzept für die Instandhaltungsarbeiten zu erarbeiten. Immer wieder wurden deshalb teilweise Arbeiten unkoordiniert erledigt. Damit soll künftig Schluss sein. "Wir erarbeiten gerade ein langfristiges Konzept, kurzfristiges Flickwerk soll es künftig nicht mehr geben", sagt Werner Büker. Der technische Leiter der Hitzler-Werft ist zugleich zweiter Vorsitzender des Vereins. Büker denkt auch an Sonderfahrten, um so mehr Geld für die anstehenden Arbeiten einnehmen zu können.

Doch zuvor müssen auf der Werft gerade wichtige Reparaturen am Kessel und an der Außenhaut des Raddampfers erledigt werden. Bischoff hofft, das Schiff Mitte oder Ende Juli wieder fahren lassen zu können. "Wir haben viele Anfragen, können aber gerade noch keine konkreten Termine nennen", sagt er.

Brackmann und Happach-Kasan wollten ihre Möglichkeiten als Bundestagsabgeordnete nutzen, um dem Wahrzeichen der Elbestadt zu helfen. Mit Erfolg. "Wir haben schon Vorgespräche geführt, es sieht sehr positiv aus", so Brackmann. Während aus dem Fördertopf sonst eher Kirchen oder Museen gefördert werden, soll nun der 58 Meter lange Raddampfer profitieren. Der Topf des Bundes ist aktuell noch mit 1,3 Millionen Euro gefüllt, der Bundestag soll zudem noch einen Nachtrag in Höhe von zwölf Millionen Euro freigeben. Noch in diesem Jahr müsste das in Aussicht stehende Geld ausgegeben werden.

"Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, was man erreichen kann, wenn alle zusammenhalten", freut sich Bürgermeister Andreas Thiede über die Unterstützung der Politiker aus Berlin. "Wir haben so viele Schätze, die wir jetzt als Perlenkette aufziehen, da muss der Kaiser unbedingt dabei sein", sagt er.