Elbschifffahrtsmuseum

Jetzt geht’s an die Inneneinrichtung

Foto: Timo Jann / Jann

Lauenburg. Endlich grünes Licht für die Inneneinrichtung des Elbschifffahrtsmuseums: Im nichtöffentlichen Teil der Stadtvertretersitzung haben Lauenburgs Kommunalpolitiker einstimmig für die Freigabe von bis dahin mit einem Sperrvermerk versehenen 500.000 Euro votiert. Jetzt geht es an die Feinplanung des Museumskonzeptes.

Das Elbschifffahrtsmuseum kann endlich ausgebaut werden. Die Stadtvertreter haben den Sperrvermerk aufgehoben, mit dem ein Eigenanteil der Stadt in Höhe von 500.000 Euro blockiert war. Dank der Freigabe der städtischen Mittel können von der Aktivregion nun Zuschüsse der Europäischen Union abgefordert werden. Die Aktivregion hatte das Vorhaben der Museumsausstattung als förderfähig eingestuft und zugesagt, von den 1,2 Millionen Euro, die für die Einrichtung der Ausstellungsräume kalkuliert werden, 57 Prozent zu übernehmen – wenn die Stadt ihren Eigenanteil aufbringt.

„Es gab für uns eigentlich keine Alternative“, erklärt Bürgermeister Andreas Thiede. Schon im Haushalt 2011 hatte die Stadt die 500.000 Euro aufgeführt, aber mit einem Sperrvermerk versehen, um vor der Zahlung auf Spenden zu setzen. Die haben allerdings bei weitem nicht die nötige Summe erreicht. Thiede: „Ich bin froh, dass wir jetzt wieder im Fahrwasser sind. Ohne eine zeitgemäße Ausstattung wäre es ein Trauerspiel, dieses sanierte Gebäude präsentieren zu müssen.“ Einstimmig, so Thiede, hatten die Stadtvertreter im nichtöffentlichen Teil ihrer Sitzung für die Freigabe gestimmt.

Bei Museumsleiter Joachim Kedziora sorgt die Entscheidung der Politiker für Freude und Erleichterung. „Endlich können wir loslegen“, sagt er. Das Grobkonzept für die Ausstattung der sanierten Räume, das für den Antrag bei der Aktivregion eingereicht werden musste, soll jetzt verfeinert werden. Ein Job, den Museumsplaner Uwe Franzen übernehmen soll. Kedziora „Vor Ende 2013 wird die Ausstattung ganz sicher nicht fertig sein, und das ist schon ein ehrgeiziges Ziel.“ Hintergrund: Alles, aber auch wirklich alles, muss im Elbschifffahrtsmuseum erneuert werden. Durch die Vergrößerung (das Haus Kirchplatz 1 wurde im Zuge der 2,5 Millionen Euro teuren Sanierung integriert) gibt es mehr Platz und neue Zuschnitte der Räume.

Vom Keller über das erste Obergeschoss bis in den Dachboden benötigt das Museum eine neue Einrichtung. Zwar liegen die Exponate vor, doch sollen sie zeitgemäß präsentiert werden. Statt staubiger Schaukästen und flatteriger Infotafeln soll es künftig einen modernen Auftritt geben. „Aber keinen Hansapark für Arme“, macht Kedziora deutlich. Den hohen Anspruch, den das Elbschifffahrtsmuseum bisher hatte, will man auch in Zukunft aufrechterhalten. Im Zuge der Vorbereitungen der Neuausstattung soll auch der umfangreiche Fundus des Museums begutachtet werden, um mögliche neue Exponate in die Schau integrieren zu können. „Auch im Keller wollen wir die ausgestellten Maschinen wieder zum Laufen bringen“, sagt der Museumsleiter.

Um trotz der noch fehlenden Ausstattung Gäste ins Haus zu locken, soll schon in den kommenden Monaten die Tür geöffnet werden. Der Part des Schiffbaus aus Metall beispielsweise kann nahezu eins zu eins übernommen werden. Er war Teil der ehemaligen Dauerausstellung, der Ausstellungsraum blieb in seinen Abmessungen unverändert.