Umgestaltung

Wenn kleine Experten ihren eigenen Spielplatz planen

Lauenburg. Zwei Tage lang hatten die vier- bis sechsjährigen "Steppkes" über ihren Plänen für einen Spielplatz ganz nach ihren Vorstellungen gebrütet.

Auf der städtischen Grünfläche zwischen dem Familienzentrum und dem Kindergarten Graf-Bernhard-Ring sind bisher zwischen Unkraut und einem unansehnlichen Sandhügel nur wenige Reifenschaukeln zu finden.

Jetzt wird dieser Platz nach den Vorstellungen und Herzenswünschen der 11 kleinen Spielplatz-Experten für 20 000 Euro aus dem städtischen Haushalt und 5000 Euro aus Spendenmitteln umgestaltet.

Unternehmenschef Reinhold von Eben-Worlée hatte dafür im vergangenen Jahr am "Tag der offenen Tür" des Unternehmens sammeln lassen und die Summe verdoppelt.

An Ideen mangelt es den kleinen Planern nicht: Wasserrutsche, Wasserbahn, ein Tunnel, bunter Sand, eine Kletterburg, eine Kuh und überhaupt Tiere sind auf der Wunschliste zu finden. Ganz hoch im Kurs steht dabei ein Wasserspielplatz als Abenteuererlebnis. "Die Mädchen möchten es zwar auch schick haben, zum Beispiel mit außergewöhnlich farbigem Sand an einigen Stellen, aber einig sind sich alle: Bewegung ist angesagt"; so Claudia Vogt- Gohdes, die sich gemeinsam mit Katharina Bunzel über ein Projekt des Landessozialministeriums zur Moderatorin für Kinder- und Jugendbeteiligung ausbilden ließ.

Für den erfolgreichen Abschluss ihrer Zusatzausbildung muss ein Praxisprojekt nachgewiesen werden - die Umgestaltung der Brachfläche am Graf-Bernhard-Ring/Hardingstraße bot sich an, wie Stadtjugendpflegerin Friederike Betge erklärte. Sie wird mit Bunzel und Vogt-Gohdes die Ergebnisse der Spielplatzwerkstatt in der kommenden Sitzung des Ausschusses für Bürgerangelegenheiten, Jugend, Schule und Sport vorstellen.

Dass die Wünsche der Kinder tatsächlich umsetzbar sein werden, darauf achteten schon an den zwei Planungstagen Mitarbeiter des Amtes für Bauen und Planen. "Für Wasserpumpen und Wasserspiele gelten zum Schutze des Grundwassers besondere Regelungen", sagt Betge. Sie gehe aber davon aus, dass die Realisierung nicht lange auf sich warten ließe. Dass ihre Pläne nicht in den Schubladen der Verwaltung verschwinden, dafür sorgten die Kinder beim Abschlussgrillen mit Politik und Verwaltung selbst: Belagert von den Vier- bis Sechsjährigen durfte Bürgermeister Andreas Thiede nicht nur Grillwürstchen, Apfelschorle und Schaukeln genießen ,sondern musste den Vertrag, den die Kinder mit ihren Moderatorinnen geschlossen hatten bestaunen: "Hand drauf - unser Spielplatz wird toll", waren sich Lasse und Linus einig.