Berliner Straße

"Kunstvoll am Zug" ohne Dach über dem Kopf

Lauenburg. Ende des Monats ist Schluss: Dann schließt der Vorstand von "Kunstvoll am Zug" die Tür des Vereinssitzes in der Berliner Straße 24 zum letzten Mal.

Möbel und die vielen Utensilien aus den Kreativ-Kursen sind bereits ausgeräumt und bei Freunden untergebracht. Die können zwar mit einer kurzfristigen Lagermöglichkeit helfen, nicht aber mit der entscheidenden Idee, wie es nun weitergehen kann.

Vor dieser Situation stand der Verein, der aus der Kulturszene der Stadt eigentlich nicht mehr wegzudenken ist, im Herbst 2009 schon einmal. Die Mietforderungen für die Güterhalle am Bahnhof, die "Kunstvoll am Zug" den Namen gab, wuchsen dem ehrenamtlichen Vorstand über den Kopf. Nach der Pleite des Eigentümers verschwand die gezahlte Kaution in der Konkursmasse. "Das Angebot für die Anmietung des Ladens in der Berliner Straße war ein Glücksfall für uns", sagt Silvia Ellerbrock aus dem Vorstand des Vereins. Auch mit der Miete, die nach Informationen unserer Zeitung monatlich 30 Euro beträgt, sei ihnen der Eigentümer des Hauses sehr entgegengekommen. "Worauf wir bei der Übergabe der Räume nicht geachtet haben, waren die Zählerstände", ärgert sich Silvia Ellerbrock. Angeblich sollen die bei der Übergabe der Räume auf "Null" gewesen sein "Dann hätten wir in einem Monat mehr Heizenergie verbraucht, als der benachbarte Laden in der gesamten Saison", rechnet sie vor. Vermieter Roland Neetzke bedauert, dass der Verein aufgrund der hohen Nebenkosten nun die Kündigung eingereicht hat. "Die verbrauchsabhängigen Kosten gebe ich auch nur an die Mieter weiter, da habe ich keinen Spielraum", klärt er auf.

Die Kündigung der Vereinsräume von "Kunstvoll am Zug" hat noch eine andere Konsequenz: Das Bushido-Kampfkunstzentrum war als Untermieter in den Vertrag eingestiegen und muss nun auch raus, oder einen Mietvertrag für die gesamte Ladenfläche abschließen. Darüber ist Cheftrainer Klaus Kröger "stinksauer" und versucht, sich rechtlichdagegen zu wehren. Vermieter Roland Neetzke hält allerdings die Vereinbarung dagegen: Demnach sei dieser Vertrag untrennbar mit dem des Vereins "Kunstvoll am Zug" gekoppelt. Inzwischen trainiert Kröger mit seinen Schützlingen im Fürstengarten oder bei sich zu Hause. Eine Dauerlösung sei das nicht.

Für Silvia Ellerbrock und ihre Mitstreiter gibt es bisher keinen Plan B: "Wir stecken tief in der Klemme und hoffen, dass uns jemand ein Mietangebot machen kann, das wir finanziell stemmen können."

"Kunstvoll am Zug" ist übrigens nicht der einzige Verein, der zurzeit ein Dach über dem Kopf sucht. Auch der Ortsjugendring und der Kulturverein "Cumulth" brauchen leer stehende Räume, die eigentlich in Lauenburg nicht gerade Mangelware sind.