Museumsschiff

"Kaiser" braucht Hilfe - Dampfkessel kaputt

Foto: Timo Jann

Lauenburg. Dem „Geschichtlichen Kulturdenkmal" geht es schlecht: Der Raddampfer „Kaiser Wilhelm", Flaggschiff der Lauenburger Ausflugsflotte, ist in die Jahre gekommen und braucht Hilfe – und viel Geld.

Zwar ist gewährleistet, dass das 1900 in Dresden gebaute Schiff nach einer noch ausstehenden Reparatur des Kessels auch in diesem Sommer zu Fahrten auf der „Ersten deutschen Museumsdampferlinie“ starten wird. Befürchtungen, der Kessel müsse komplett erneuert werden, hat der TÜV bei einer Untersuchung zerstreuen können. Weitaus preiswertere Schweißarbeiten genügen – und deren Kosten will die Hitzler-Werft durch die Einbeziehung der ehrenamtlichen Besatzung so gering wie möglich halten.

Doch der Zahn der Zeit hat auch an den anderen, weitgehend im Original erhaltenen Teilen genagt – vom Rumpf bis zum Steuerhaus auf dem Oberdeck. Dietmar von der Fecht, Vorsitzender des Betreibervereins zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums, der den Dampfer 1970 vor dem Verschrotten an der Weser rettete und zum Lauenburger Tourismus-Magneten machte, schmiedet bereits große Pläne.

Der „Kaiser Wilhelm“, der in 42 Jahren mehr als 200.000 Fahrgästen ein einzigartiges Nostalgie-Erlebnis auf der Oberelbe bescherte, soll generalüberholt werden. Ein schwieriges Unterfangen, das noch ganz am Anfang steht und für das es bisher weder einen genauen Zeitplan noch einen genauen Kostenrahmen gibt. Gerechnet wird mit ein bis zwei Jahren Vorbereitungszeit, um die auf geschätzte ein bis zwei Millionen Euro teure Finanzierung sicherstellen zu können.

Dietmar von der Fecht will nun auf die Suche nach Sponsoren und Fördermöglichkeiten gehen, um den „Kaiser Wilhelm“ langfristig erhalten zu können. Nicht ohne Eigennutz: Die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf machen 85 Prozent des Etats aus, der dem Förderverein jährlich zur Verfügung steht und von dem auch das Museum und das angegliederte Schifffahrtsarchiv profitieren.