Energie

Früher als geplant: Windpark hat einen neuen Besitzer

Lütau/Basedow (tja). Neuer Besitzer für den "Windpark Herzogtum Lauenburg" an der Landstraße zwischen Lütau und Basedow: Das Hamburger Investmentunternehmen König & Cie hat den Windpark an die Firma "Orbis Energie- und Umwelttechnik GmbH" aus Rotenburg an der Wümme verkauft.

Statt 170 Anlegern, die das Millionenprojekt 2003 realisiert hatten, gehört die Anlage jetzt acht Teilhabern. Die Anleger von König & Cie erhalten einen Kapitalrückfluss von mindestens 118 Prozent.

Wegen der Einspeisevergütung für Ökostrom gelten Windkraftanlagen als lukrative Geldanlage. So war es seinerzeit auch kein Problem, ausreichend Anleger für das Projekt mit Baukosten von knapp 21 Millionen Euro zu finden. Mindestens 10 000 Euro mussten angelegt werden. War die Maßnahme ursprünglich bis 2023 geplant, wurde jetzt vorzeitig verkauft. "2008 war mit 90 Prozent des kalkulierten Windertrags das zweitbeste Jahr seit der Inbetriebnahme", erklärt Julia Eble, Sprecherin von König & Cie. Theoretisch sollen die 14 Windräder vom Typ AN Bonus (Nabenhöhe 68 Meter) laut Windgutachten für die Region eine Jahresleistung von 27 155 Megawattstunden liefern. Die Gemeinden Lütau und Basedow bekommen jeweils für sieben Windräder auf ihrem Gemeindegebiet jährlich 2500 Euro für den Kommunalhaushalt ausgeschüttet.

Für einen zweistelligen Millionenbetrag hat der Windpark mit dem klangvollen Namen jetzt den Besitzer gewechselt. "Die Ernte von Windenergie ist ein sehr langfristiges Geschäft", erklärt Orbis-Geschäftsführer Frank Grafe. "Wir haben die Anlagen technisch untersucht, eine Wirtschaftlichkeitsanalyse aufgestellt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Übernahme akzeptabel ist", sagt er. Ein Jahr dauerten die Vorbereitungen und die Verhandlungen. "Wir sind ein kleiner Kreis von Anlegern, die genau wissen, wie sich die Windkraft verhält", berichtet Grafe.

Zurzeit sind zwischen Lütau und Basedow auf den Feldern westlich der Landesstraße 200 gut 100 Hektar als Fläche zur Stromerzeugung per Windkraft ausgewiesen. Die Landesregierung möchte in den kommenden Jahren den Anteil der regenerativen Stromerzeugung weiter erhöhen und dafür auch zusätzliche Standorte ausweisen. Vorhandene Flächen gelten dabei jedoch als erste Wahl für Erweiterungen. In Lütau signalisierten Einwohner bereits Zustimmung, in Basedow möchte man den aktuellen Stand gerne halten, so die Ergebnisse von Einwohnerversammlungen.

Frank Grafe sagt, er könnte sich für den "Windpark Herzogtum Lauenburg" langfristig sowohl eine Erweiterung durch zusätzliche Anlagen wie auch das so genannte "Repowering", den Aufbau leistungsstärkerer Anlagen, vorstellen. "Dann hätte man künftig wenigstens weiterhin ein einheitliches Bild, denn die Windräder, die dort jetzt stehen, bekommt man heute gar nicht mehr", sagt der Fachmann. "Für diese Maßahmen wären wir auf jeden Fall kapitalstark genug", so Grafe. Er schätzt, vier bis fünf Jahre würden solche Überlegungen bis zur Realisierung dauern. "Was bei den Beratungen des Landes heraus kommt, ist aber noch völlig offen", berichtet Grafe.