Spielkreis

Wohin soll der "Zwergen-Club"?

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Elke Richel

Lauenburg. "Ringlein, Ringlein, du musst wandern ...", singen die Kinder des Zwergen-Clubs und ahnen nicht, dass sie sich selbst bald auf Wanderschaft begeben müssen mit all ihren Autos, Puppen, den Bastelutensilien und auch mit ihrem geliebten "Bälle-Bad".

"Wir haben noch kein neues Haus", erzählt Marita Herrmann, eine der beiden Erzieherinnen des Spielkreises, der im Januar seinen 25-jährigen Geburtstag feierte. Trotzdem haben Mitarbeiter der benachbarten Weingartenschule schon mal die von den "Zwergen"-Eltern liebevoll bemalten Wände vermessen, denn die Schule braucht den Platz, wenn die Grundschüler vom Hasenberg in den Weingarten ziehen. Hier sollen eine Küche und ein Werkraum entstehen.

"Damit haben wir uns auch abgefunden, und die angebotenen Räume in der ehemaligen Pestalozzi-Schule haben uns auch gefallen, aber leider wird daraus ja nun auch nichts", bedauert die Erzieherin. Diese Schule möchte die Stadt nämlich verkaufen und musste daher das Angebot an den Zwergen-Club wieder zurückziehen. Der Alternativvorschlag: die alte Spielhalle im Fürstengarten. "Dort gibt es keinen Außenspielbereich, das Haus liegt direkt an einer Straße und die Räumlichkeiten sind viel zu klein", nennt Marita Herrmann die Nachteile dieses Gebäudes.

Wenn bis zum Sommer keine passenden Räume gefunden werden, droht das Aus für den Zwergen-Club, in dem zurzeit 20 Kinder zwischen drei und sechs Jahren vormittags betreut werden. Für Manuela Smollich wäre das "eine Katastrophe". Die Mutter von Luisa arbeitet nur nachts und kann sich vormittags ausruhen, bevor am Nachmittag die aufgeweckte Dreijährige wieder ihre ganze Aufmerksamkeit fordert. "Wenn der Zwergen-Club schließt, muss ich meine Arbeit aufgeben", ist sie überzeugt. Deshalb engagiert sie sich auch im Vorstand des Vereins Zwergen-Club, der jetzt die Öffentlichkeit mobilisieren will. "In Lauenburg gibt es jetzt schon zu wenig Kindergartenplätze. Wo würde die Stadt denn unsere 20 unterbringen wollen?", gibt sie zu bedenken. Jetzt hofft sie wie alle anderen Eltern darauf, dass es doch noch eine Lösung für die Kindergruppe gibt. Auch Erzieherin Marita Herrmann will sich mit der Situation nicht abfinden. "Vielleicht gibt es ja Lauenburger mit geeigneten Räumlichkeiten, die ein Herz für Kinder haben."

Luisa geht mit ihrer Mama jetzt nach Hause. Sie zeigt ihr stolz das bunte Osterei, das sie heute bemalt hat und winkt den anderen Kindern noch einmal zu: "Bis morgen!"

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