Straßenbau

Das Ende der Leidenszeit naht

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Detlef Bienwald

Lauenburg. Ein Kompressor dröhnt und liefert den Strom für die Säge, mit der die Steine für die verbliebenen Freiflächen des Gehweges zugeschnitten werden.

Es sind die letzten Geräusche, die die Anwohner der Elbstraße zwischen dem Alten Kaufmannshaus und dem Rufer-Platz ertragen müssen: Für sie endet in dieser Woche ein sechsmonatiges Martyrium: "Wir haben nur noch Restarbeiten zu erledigen und rücken spätestens bis Freitag ab", kündigte Vorarbeiter Andreas Deckert von der Büchener Firma Ehrich Tiefbau gestern an.

Ende August 2008 haben er und seine Mitarbeiter begonnen, das Pflaster der Elbstraße aufzunehmen und auf dem Lösch- und Ladeplatz zwischen zu lagern. Dann rückten Trupps der Versorgungs- und der Stadtbetriebe an, um die im Boden liegenden Strom- und Gasleitungen in Teilen zu erneuern und neue Hausanschlüsse zu verlegen. Jetzt ist wieder die Firma Ehrich am Zug: Sie verlegt das Pflaster neu. "Es hatte Lunken und ist auch durch das Hochwasser nicht besser geworden. Wir wollten es für die Autofahrer und vor allem für die vielen Fußgänger komfortabler machen und die Stolperfallen beseitigen", erklärt Bauamtsleiter Reinhard Nieberg.

Dass sich die Arbeiten an der nur 200 Meter langen Strecke über sechs Monate hinzogen, hat mehrere Gründe. Zum einen mussten sie für Lauenburgs Traditionsfest, den Weihnachtsmarkt in der historischen Altstadt, unterbrochen werden. Damals wurde die Straße provisorisch zugeschüttet und musste später wieder aufgerissen werden. Dann machten Schneefall und Frost den Arbeitern einen Strich durch die Rechnung und ließen Pflasterarbeiten nicht zu. Außerdem hatte sich die Stadt inzwischen entschlossen, den vierten Bauabschnitt in die Arbeiten zu integrieren, um nicht mit den Feiern zum 800-jährigen Stadtjubiläum zu kollidieren. Viele der Veranstaltungen sind auch in der Elbstraße geplant.

"Aber jetzt sind wir fertig, zwischen Elbschiffahrtsmuseum und Rufer-Platz ist alles neu", freut sich auch Nieberg über das Ende des Martyriums für die Anwohner. Vor allem die nicht motorisierten Bürger, die im Westen der Elbstraße, im Graben, in der Neustadt, in der Hunnenburg und im Hohlen Weg wohnen, dürfte tröstlich sein, dass sofort nach dem Ende der Bauarbeiten der Altstadtbus wieder auf seiner gewohnten Route fahren wird. Während der Bauzeit mussten sie zum Einkaufen in die Oberstadt entweder zu Fuß gehen oder die Haltestelle am östlichen Ende der Elbstraße nutzen.

Nur Christian Fengler, der Tiefbauexperte im Amt für Bauen und Planung hat noch etwas Bauchschmerzen, die Straße sofort nach dem Abzug der Firma Ehrich für den Autoverkehr zu öffnen: "Aus baufachlicher Sicht ist das eigentlich ein Unding, weil die Pflastersteine bei diesen Temperaturen noch nicht eingeschwemmt werden konnten. Auf der anderen Seite haben die Anwohner lange genug gelitten und auf den Altstadtbus verzichten müssen."

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