Rudern

Olympiasieg war der größte Erfolg

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Foto: bgz / Jens Robrahn

Lauenburg. "Es gibt Ehrungen, die man sich verdient, und solche, die man sich ersitzt", sagt Dirk Schreyer. Schreyer, 1968 mit dem Deutschland-Achter Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Mexiko, wurde in der Jahresversammlung der Rudergesellschaft Lauenburg (RGL) mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Ruderverbandes (DRV) ausgezeichnet.

Nicht für die sportliche Höchstleistung aus dem Jahre 1968, sondern dafür, dass er seit 50 Jahren im DRV aktiv ist. Früh trat der Lauenburger in die RGL ein, erinnerte sich in seiner Dankesrede gerne an Wanderfahrten und den ersten Regattaerfolg im Jahre 1958. Damals war er 14 Jahre alt und stand mit seinen Lauenburger Sportfreunden nach einer Regatta auf dem Reihersee auf dem Siegertreppchen. Später, als sich der sportliche Erfolg einstellte, wechselte Schreyer zum legendären Bundestrainer Karl Adam nach Ratzeburg, heute ist der 64-Jährige Mitglied in beiden Vereinen.

Die entscheidende Erfahrung für den späteren Olympiasieg sammelte er zwei Jahre vorher: "Zusammen mit Schlagmann Horst Meyer war ich schon 1966 mit der ersten vorolympischen Delegation in Mexiko. Damals mussten wir innerhalb von zwei Stunden zwei Rennen über 1000 Meter bestreiten. Den Vierer mit zwei mexikanischen Freunden haben wir gewinnen können. Eine Stunde später sind wir eingegangen, weil einfach die Regenerationszeit in der Höhe von Mexiko-City zu gering war, um ein zweites Rennen durchstehen zu können. Diese Erfahrung haben wir in die Vorbereitung für Mexiko und ganz besonders für taktische Überlegungen vor dem Finale 1968 einfließen lassen. "

Für den sportlichen Erfolg wurde Dirk Schreyer noch im selben Jahr vom damaligen Bürgervorsteher Karl-Heinz Wulff mit dem "Rufer", der zweithöchsten Auszeichnung, die die Stadt Lauenburg nach der Ehrenbürgerwürde zu vergeben hat, geehrt.

Dass die jetzige Ehrung durch den RGL-Vorsitzenden Hermann Plagemann vorgenommen werden konnte, begründete Schreyer damit, dass in Lauenburg seine sportlichen Wurzeln liegen. Am 19. Oktober 1968 hat Schreyer " aufgehört, schnell zu rudern". Die Umstellung vom Leistungssport und der Abschied aus der Glamour-Welt eines Olympiasiegers sei ihm damals gut gelungen. Seine private und berufliche Heimat hat Schreyer in Hamburg gefunden, wo er als selbstständiger Versicherungsmakler arbeitet.

Helmut Plagemann konnte in seiner Rückschau auf ein erfolgreiches Jahr 2008 zurückblicken. Die Mitgliederzahl ist mit 265 Mitgliedern nahezu konstant geblieben, eine Erhöhung der Beiträge in diesem Jahr ist aus Sicht des Vorstandes nicht notwendig.

Eine kurze Debatte gab es während der Mitgliederversammlung im Bootshaus über die Einrichtung eines nur wenige Quadratmeter großen Büros für die Vorstandsarbeit im Übungsraum. Während einige Mitglieder sich dadurch in ihrem Training beeinträchtigt fühlen, war es für den Vorstand notwendig, die Verwaltungsarbeit für den Verein an einem Ort zu konzentrieren.

Für 2009 hat die RGL wieder einen gut gefüllten Terminkalender. Pünktlich zum Anrudern am 18. April soll auch der neue Achter in Lauenburg ankommen. Mehr als 25 000 Euro lässt sich die RGL das neue Boot kosten, muss trotz öffentlicher Zuschüsse mehr als die Hälfte aus der Vereinskasse aufbringen.

Die Grüße der Stadt überbrachte der Erste Stadtrat Wolfgang Genczik, selbst Mitglied der RGL. Der Verein, so Genczik, sei für Lauenburg unverzichtbar. Und: "Das soll auch so bleiben."

( ro )

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