Karnevalsumzug

Ein dreifach Schnakenbek, Alaaf!

| Lesedauer: 2 Minuten
Timo Jann

Schnakenbek. Eigentlich führt sich Uwe Benn ganz gesittet auf. Er ist Polizist, weiß, was sich gehört, und greift nur im äußersten Notfall zur Waffe.

Gestern war das anders: Als Wikinger war er zusammen mit dem Männerballett des Schnakenbeker Carnevalsvereins in Hochstimmung. Stilecht gekleidet, mit einer imposanten Axt ausgestattet, fuhr er hoch auf einem Festwagen beim traditionellen Karnevalsumzug durch das Dorf mit. Doch die Axt nutzte er, um ganz friedlich den Zuschauern an der Umzugsstrecke Süßigkeiten zu reichen. Und wer wollte, bekam auch einen Schnaps.

Früher als die Narren in den Hochburgen am Rhein haben die Schnakenbeker Jecken ihre Prunksitzungen längst hinter sich und schon gestern ihren Umzug auf die Straße geschickt. Wie schon in den vergangenen Jahren mussten viele Narren ihre farbenfrohen Kostüme mit Folienumhängen gegen den Schnee schützen.

"Toll ist allerdings, dass uns trotz des Wetters so viele Schaulustige beobachten", sagt Gerd-Manfred Schmidt, der Vorsitzende des Vereins. Und auch die Organisation der Zeremonie liegt in Händen seiner Familie - darum kümmerte sich Dietmar Schmidt. "Hier gibt es einen ganz genauen Ablaufplan", sagte er und führte beim Aufstellen Regie. Zuerst der Spielmannszug aus Tangstedt, dann der Elferrat, dann die beiden Prinzenpaare in einer Pferdekutsche. Das Männerballett bildete den Abschluss. "Jeder kennt seine Position und weiß, welches Tempo nötig ist", berichtete der Zeremonienmeister. Schon bei den Prunksitzungen im Lauenburger Mosaik führte er die Akteure an.

"Wir sind mit der Resonanz zufrieden. Der Karneval begeistert auch hier im hohen Norden immer mehr Menschen", freute sich der Vorsitzende. 190 Mitglieder zählt der Verein.

Am Ziel des Festumzuges auf dem Sportplatz wurde dann gestern Nachmittag noch bei Glühwein gesellig geklönt. "Nun ist die Narrenzeit wieder vorbei. Die Mädchen der Tanzgarde tanzen das ganze Jahr über, die anderen Gruppen legen aber erst im September wieder los", sagt Schmidt.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Lauenburg