Stadtplanung

Kommt die Umgehungsstraße doch?

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Elke Richel

Lauenburg. Ende vergangenen Jahres appellierte Bürgermeister Harald Heuer an die politischen Entscheidungsträger der Stadt, sich in Sachen Umgehungsstraße bei der Landesregierung stark zu machen. Für die Verwaltung wären alle Möglichkeiten ausgereizt, so Heuer damals (wir berichteten).

Der Appell des Bürgermeisters blieb nicht ungehört: Andreas Lojek (CDU) fand deutliche Worte in seinem Schreiben an Dr. Werner Marnette (CDU), Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr in Schleswig Holstein. In dem Schreiben des Bürgervorstehers an seinen Parteifreund heißt es: "Die jetzige Situation ist für Lauenburg so nicht hinnehmbar, wir halten eine Umgehungsstraße für dringend erforderlich."

Lojek argumentierte unter anderem damit, dass der Güter- und Schwerlastverkehr stark gewachsen sei und dieses zu nicht hinnehmbaren Belastungen der Lauenburger geführt habe. Diese Situation werde sich noch verschärfen, denn nach der Fertigstellung der "Beltquerung" zwischen Dänemark und Deutschland dürfte sich das Verkehrsaufkommen in Nord-Süd-Richtung noch weiter erhöhen und auch Lauenburg direkt betreffen. Sämtliche östlichen Nachbarstädte an der Bundesstraße 5 hätten bereits eine Ortsumgehung, stellte Lojek außerdem fest.

Seine Bitte an den Minister: "Wir würden uns gern mit Ihnen über dieses Straßenverkehrsproblem unterhalten. Ich würde mich freuen, wenn Sie für uns Zeit hätten." Das Wort "uns" bedeutet in diesem Fall: Jeweils ein Vertreter der CDU und der SPD, Bürgermeister Harald Heuer, Bauamtsleiter Reinhard Nieberg und er selbst - der Bürgervorsteher.

Nun liegt das Antwortschreiben von Dr. Werner Marnette vor. Zwar steht der Minister den Lauenburgern nicht selbst für ein Gespräch zur Verfügung, aber er verweist immerhin an den Leiter der Abteilung Verkehr und Straßenbau, Günter Meienberg. Eine Hoffnung zerstreut Dr. Marnette aber sofort - eine schnelle Lösung für Lauenburg wird es nicht geben. Wörtlich heißt es: "Unter Beachtung anderer erforderlicher Ortsumgehungen ist die Umfahrung Lauenburg im Bundesverkehrswegeplan dem weiteren Bedarf zugeordnet worden." Ob bei der Fortschreibung des Planes in sechs Jahren dann doch festgestellt wird, dass auch den Lauenburgern der zunehmende Schwerlastverkehr nicht mehr zugemutet werden kann, schloss der Minister aber immerhin nicht aus.

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