Freiwillige Feuerwehr

Angst um den Arbeitsplatz schreckt potenzielle Interessenten ab

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Foto: Timo Jann

Lauenburg. Seltener als im Vorjahr, aber schlagkräftig wie immer. So waren Lauenburgs ehrenamtliche Brandschützer im vergangenen Jahr gefordert.

Zu 115 Einsätzen (2007: 147 Einsätze) rückten die Retter mit Wehrführer Thomas Burmester und seinem Stellvertreter Jürgen Fischer sowie den Zugführen Marko Fischer und Lars Heuer an der Spitze aus. Dabei halten sich erstmals seit Jahren die Brandeinsätze und die technischen Hilfeleistungen mit jeweils rund 50 Prozent der Einsätze die Waage. Hintergrund: Eine Brandserie hielt die Feuerwehrleute in der Siedlung am Moorring massiv in Atem.

Um im "Kommunalen Jahr der Feuerwehr" um Mitarbeiter und Verständnis für die Feuerwehr zu werben, hatte Burmester Firmenchefs zu einem Gespräch eingeladen. Allerdings folgten seiner Einladung nur zwei Vertreter. Burmester wollte damit vor allem neue Kameraden werben, denn nach Jahren der Stagnation geht die Zahl der Aktiven jetzt sogar zurück. Es wird personell langsam eng, alle Aufgaben noch meistern zu können. "Das Gespräch wollen wir in diesem Jahr auf jeden Fall wieder suchen", kündigte der Feuerwehrchef an. Die Idee, die dahinter steckt, ist einleuchtend: In Zeiten, in denen die Menschen um ihren Arbeitsplatz fürchten, ist die Mitgliedschaft in der Feuerwehr nicht unbedingt fördernd. Die Wehrführung will deshalb die Arbeitsgeber dafür sensibilisieren, dass sie im Notfall selbst von einer schlagkräftigen Feuerwehr profitieren. Mitarbeiter sollten deshalb im Alarmfall ohne Widerstand zum Einsatz freigegeben werden, so die Forderung.

"Jedes von uns gerettete Leben ist unbezahlbar", spielte Burmester auf die Finanznot der Stadt an. So dürfte beim Etat der Retter nicht gespart werden, um die Sicherheit nicht aufs Spiel zu setzen, appellierte er an die Vertreter der Politik. Burmester rechnete vor, dass 2008 durch den schnellen Einsatz seiner Mannschaft Werte in Höhe von 800 000 Euro gerettet werden konnten. Die Stadt musste dabei nur 60 000 Euro im Haushalt ansetzen. Allein die Einsatzstunden summierten sich auf mehr als fünf Vollzeitstellen, dazu kommen noch Übungen. All das leisten die Frauen und Männer ehrenamtlich, ersparen der Stadt damit viel Geld.

Bürgermeister Harald Heuer und Bürgervorsteher Andreas Lojek dankten den Aktiven dann ebenso wie die politischen Vertreter für ihr Engagement. " Es macht mich stolz zu sehen, wie sich hier für die Stadt engagiert wird" , lobte Heuer.

( tja )

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