Frost

Nachgefragt: Baustopp auf der Elbstraße?

Foto: Richel

Lauenburg. Gustav Fischer aus der Elbstraße machte in einem Telefonat mit unserer Redaktion seinem Ärger Luft: "Seit etwa fünf Monaten ist unsere Straße nun schon aufgerissen und es tut sich seit Wochen nichts", erzählte er.

Was ihn besonders beunruhigte: Seit Tagen kursiert unter den Anwohnern der Elbstraße das Gerücht, die Stadt hätte kein Geld und deshalb hätte die Firma die Arbeiten eingestellt.

"Das ist absoluter Quatsch", stellte Bauamtsleiter Reinhard Nieberg auf Nachfrage unserer Zeitung klar. Wer solche Gerüchte streut und mit welcher Absicht, sei ihm unklar. Fakt sei, die Firma hätte aufgrund der vergangenen Frostperiode lediglich eine Zwangspause bei den Pflasterarbeiten der historischen Elbstraße einlegen müssen. "Ansonsten liegen wir gut im Zeitplan", versicherte der Amtsleiter. Ursprünglich sollten die Arbeiten zwar schon vor Beginn des Weihnachtsmarktes abgeschlossen sein, aber man habe sich entschlossen, den vierten Bauabschnitt gleich anzuschließen, damit diese Arbeiten dann nicht die Festlichkeiten des Stadtjubiläums stören. Während des Weihnachtsmarktes war die Straße provisorisch geschlossen worden.

Vorarbeiter Andreas Deckert musste lachen, als er von dem Gerücht hörte, die Stadt würde seiner Firma Geld schuldig geblieben sein. "Jeder, der vom Bau etwas versteht, weiß, dass Pflasterarbeiten bei langanhaltendem Frost nicht möglich sind." Gestern sind er und seine Mitarbeiter wieder angerückt und nahmen die letzte Teilstrecke in Angriff. Etwa 17 Quadratmeter könne ein Mitarbeiter am Tag pflastern, erzählte er und rechnete aus, dass die Arbeiten in zwei Wochen beendet sein werden. Dann sei aber nicht nur die Straße, sondern auch der Gehweg fertig.

Den Ärger der Anwohner über die lange Bauzeit haben er und seine Mitarbeiter gestern voll abbekommen. "Natürlich verursachen die Baumaßnahmen und die Verzögerungen Unannehmlichkeiten, aber wir können das Wetter nicht beeinflussen." Eigentlich sei es sogar gestern etwas zu kalt zum Pflastern gewesen.

Bleibt also zu hoffen, dass Petrus ein Einsehen mit den Anwohnern hat und so die Gerüchteküche künftig kalt bleibt.