Lokale Wirtschaft

Raiffeisenbank trotzt der Finanzkrise

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Elke Richel

Lauenburg. "Wat dem eenen sin Uhl, is dem anderen seen Nachtigall" heißt ein bekanntes Sprichwort", dessen Wahrheitsgehalt sich angesichts der weltweiten Bankenmisere wieder einmal bestätigt. Diese Krise beschert den Genossenschaftsbanken in Deutschland nämlich einen anhaltenden Kundenansturm, das ergab jetzt eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung.

Grund: Das Geschäftsmodell, Einlagen von Kunden in der Region anzunehmen und dort wieder an private Häuserbauer und mittelständische Unternehmen auszureichen, scheint bei den deutschen Sparern wieder an Ansehen zu gewinnen.

Zu den eindeutigen Gewinnern dieser Tendenz zählt auch die Raiffeisenbank Lauenburg/Elbe. "Wir sind keine notleidende Bank", freut sich Vorstandsmitglied Rudolf Grothmann in Anspielung auf das frisch gekürte "Unwort des Jahres 2008". Der Bankchef hat auch allen Grund, auf das Unternehmensergebnis des abgelaufenen Jahres stolz zu sein. Die Bilanzsumme 2008 stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent und lag damit bei 195 Millionen Euro. Auch über mangelndes Vertrauen ihrer Kunden kann sich die Bank nicht beklagen. Im vergangenen Jahr stieg die Summe der Kundenanlagen gegenüber 2007 von 161 Millionen Euro auf 167 Millionen Euro.

Vorstandsmitglied Thomas Göthling hat dafür eine Erklärung: " Wir setzen auf Vertrauen, Regionalität, Stabilität und Nähe." Diese vier Werte hat sich die Raiffeisenbank Lauenburg/Elbe jetzt in ihr neues Unternehmensleitbild geschrieben, das künftig der Imageträger werden soll. Dass dies keine reine Werbebotschaft ist, haben die 62 Mitarbeiter nun schwarz auf weiß: Im Jahr 2008 wurde das Unternehmen als beste Beraterbank Norddeutschlands ausgezeichnet.

Den größten Zuwachs erreichte das Unternehmen im vergangenen Jahr bei der Kreditvergabe. Um ganze 13,4 Prozent erhöhte sich die Vergabesumme. Damit wurden bis zum 31. Dezember 2008 rund 127 Millionen Euro an Kreditnehmer ausgeschüttet. Das seien in erster Linie mittelständische Unternehmen und Privatleute gewesen, so Grothmann. Auf die Frage, ob die Banker angesichts der düsteren Wirtschaftsprognosen keine Angst vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit der Kreditnehmer haben, gibt sich Grothmann optimistisch: "Das Herzogtum Lauenburg ist ein Kreis mit einer feingegliederten Wirtschaftsstruktur. Die Gefahr, dass der Kollaps von Großkonzernen eine ganze Region gefährdet, gibt es bei uns nicht."

Zudem sei die vergebene Kreditsumme selten höher als 70 000 Euro, so dass die Zahlungsunfähigkeit einzelner Kunden keine existenziellen Folgen für die Bank hätte. "Überhaupt müssen sich unsere 24 000 Kunden keine Sogen um ihre Einlagen machen, unser eher konservatives Förderkonzept hat sich in der gegenwärtigen Krise bewährt", beruhigt Thomas Göthling.

Über die positive Jahresbilanz der Raiffeisenbank Lauenburg/Elbe werden sich vor allem die 3000 Genossenschaftsmitglieder freuen. Sie profitieren vom guten Betriebsergebnis und werden auch für das Jahr 2008 eine satte Dividende von 5,75 Prozent kassieren.

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