Erstaufnahmelager

Für Kinder nicht geeignet

Boizenburg (dpa/b). Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern hat die Schließung der Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Horst bei Boizenburg gefordert.

Die Unterkunft befindet sich nahe der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein in einem abgelegenen Waldgelände, Kinder könnten die Schule nicht besuchen, die Wege zu Behörden seien zu lang und die Betroffenen hätten in Horst auch keinen Zugang zu Unterstützern. Besser wäre aus Sicht des Flüchtlingsrates, wenn Asylbewerber in einer Stadt wohnten. Dort wäre auch die medizinische Versorgung besser, hieß es bei der Organisation.

Die Stadt Hamburg, die 30 Plätze dauerhaft bis 2012 im Erstaufnahmelager Horst gemietet hat, will künftig keine Flüchtlingsfamilien mit Kindern mehr nach Horst schicken. Damit werde eine Forderung der Grünen im Koalitionsvertrag erfüllt. Weiter untergebracht werden ankommende Asylbewerber, die ihr etwa dreimonatiges Aufnahmeverfahren abwarten müssen.

In Horst können nach Angaben des Innenministeriums in Schwerin bis zu 650 Menschen untergebracht werden. Zurzeit sind es 123, davon 14 aus Hamburg. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte, dass ein Schulbesuch in Horst nicht möglich ist. Deshalb würden Familien mit schulpflichtigen Kindern kurzfristig auf die Kommunen des Landes verteilt, damit die Kinder dort zur Schule gehen können "und nur ein möglichst kurzer Zeitraum verbleibt, in dem kein Schulbesuch stattfindet". Auch die Hansestadt Hamburg habe - von wenigen Ausnahmen abgesehen - keine Familien mit schulpflichtigen Kindern in die Einrichtung nach Horst gebracht, sondern sie gleich in Hamburger Stadtteilunterkünften einquartiert.

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