Schifffahrt

Schwerstarbeit für die Eisbrecher

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Lauenburg (tja). Bis zu sechs Meter hoch türmt sich vor Lauenburg zurzeit das Eis in der Elbe auf. "Es reicht vom Grund bis gut zwei Meter über die Wasserlinie", berichtete gestern Andreas Schultz, der Einsatzleiter der Eisbrecher-Flotte des Wasser- und Schifffahrtsamtes.

Er und seine Männer waren zunächst davon ausgegangen, die Einfahrt in den Elbe-Lübeck-Kanal problemlos aufknacken zu können. "So dick hatten wir das Eis nicht erwartet", erklärte Schultz. Mit fünf Spezialschiffen kämpften die Männer gegen die Eismassen an. Vom Ufer aus verfolgten zahlreiche Schaulustige das Spektakel.

Am Mittwochabend war es den Besatzungen der Eisbrecher gelungen, oberhalb des Geesthachter Stauwehrs eine Eisblockade zu verhindern und den reibungslosen Abfluss des Eises zu gewährleisten. "Das war ganz entscheidend, um einen Wasseranstieg zu verhindern", so Schultz. Der weitere Einsatz in Lauenburg schien dagegen harmlos - doch die Natur war stärker. Vorerst zumindest. "Die Natur ist schon ein toller Künstler", schwärmte Kunstmanager Hans-Jürgen Rumpf aus Lauenburg beim Spaziergang über das eisige Dreiländereck.

"Das habe ich so noch nicht erlebt, zumindest erinnere ich mich nicht so gut daran", staunte Janina Erdtmann. Der Großvater der 25-Jährigen war seinerzeit Kapitän eines Eisbrechers auf der Elbe. Peter Todt aus Hohnstorf, der Kapitän des 109 Jahre alten Raddampfers "Kaiser Wilhelm", verfolgte den Einsatz der bis zu 1170 PS starken Eisbrecher vom Rufer-Platz aus. "Das ist schon ein tolles Schauspiel. Zum Glück haben wir unseren Dampfer sicher liegen", sagte Todt.

Dass sich das Eis überhaupt noch so stark auftürmen konnte, überrascht. "Das hängt damit zusammen, dass sich am Mittwoch unerwartet das ganze Eis vor Lauenburg gelöst hatte. Dadurch suchten sich die Eisschollen ihren Weg und schoben sich meterhoch zusammen", erklärte Schultz. "Das Eis kam aus der Sassendorfer Kurve und trieb dann genau gerade auf Lauenburg zu." Vor der Hafeneinfahrt staute sich das Treibeis dann bis hinter die Elbbrücke zurück. Unterhalb von Lauenburg blieb lediglich an den Ufern ein schmaler Eisstreifen stehen, die Mitte des Flusses war in Bewegung. "Das Ufer werden wir erst putzen, wenn wir die Lauenburger Hafeneinfahrt sauber haben", sagte Schultz.

Heute mit Sonnenaufgang laufen die Eisbrecher wieder in Geesthacht aus und wollen das Eis erneut angreifen. Vom Lösch- und Ladeplatz sowie vom Dreiländereck aus haben Schaulustige dabei den besten Blick auf die Kraftpakete im Kampf gegen die Eismassen.

"Bisher ist die Planung so, dass Montag um 0 Uhr die Schifffahrt wieder freigegeben wird", sagt der WSA-Einsatzleiter vom Eisbrecher "Büffel".

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