Stadtgeschichte

Schätze im Museum bewahrt

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Detlef Bienwald und Astrid Wisser

In der Lauenburger Unterstadt wird um Margarete Lammers getrauert. Die Apothekerin starb, wie erst jetzt bekannt wurde, am Silvestertag im Alter von 93 Jahren.

Apothekerin Margarete Lammers starb im Alter von 93 Jahren. Gedenkfeier für Donnerstag geplant.

Mit ihr hat Lauenburg eine engagierte Kämpferin für die Erhaltung des historischen Stadtkerns verloren, den sie entgegen der eingebürgerten Bezeichnung Altstadt vehement als "Unterstadt" verteidigte.

Dazu war sie eine spendable Gönnerin der Rudergesellschaft Lauenburg, die lange Jahre von ihrem ersten Mann Uwe Lammers geleitet wurde. Die Stadt Lauenburg würdigte ihr Wirken bereits 1986. Der damalige Bürgervorsteher Hans-Günther Brackmann überreichte Margarete Lammers beim Neujahrsempfang den Ehrenteller für ihr Bemühen, die Raths-Apotheke an der Elbstraße 64 als Schmuckstück der "Unterstadt" zu erhalten. Ganz nebenbei betrieb sie dort eine Art Fremdenverkehrsamt.

Wenn sie fast täglich die beiden Messing-Löwen am oberen Ende der Treppen-Handläufe auf Hochglanz polierte, blieb immer Zeit für einen Klönsnack mit Gästen der Stadt, denen sie bereitwillig Auskunft über die Geschichte der Apotheke und der alten Fachwerkhäuser gab.

Zu einer Gedenkfeier für Margarete Lammers laden die Töchter Margarete Herrenkind und Friederike Fuchs für Donnerstag, 8. Januar, um 14 Uhr in die Lauenburger Friedhofskapelle ein. Statt um Blumen und Kränze wird um eine Spende an den Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschiffahrtsmuseums gebeten (Kontonummer 400 68 52 bei der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, Bankleitzahl 23 05 27 50, Verwendungszweck: Spende "Kaiser Wilhelm"/M. Lammers).

Mit dem Museum verbindet Margarete Lammers eine enge Beziehung. 1996, als die Raths-Apotheke längst geschlossen war, wollte sie das Inventar der städtebaulichen Sammlung hinzufügen. Als die Stadt eine Entscheidung aus Platzgründen immer wieder vor sich her schob, schenkte sie die Einrichtung dem Altonaer Museum.

Das von der Lauenburger Apothekerin bis dahin liebevoll gepflegte und genutzte Interieur wurde - lediglich in einzelnen Bereichen behutsam rekonstruiert - in der stadtgeschichtlichen Abteilung, akribisch wieder aufgebaut und ist nun für viele Besucher ein interessanter Anziehungspunkt. Ganz besonders, wenn ehrenamtlich tätige Apotheker und Studenten der Pharmazie in dem Original-Ambiente aktiv werden. Sie lassen ihr Publikum beim Gang durch den "Offizin" genannten Verkaufs- und Arbeitsraum einen Blick ins Labor sowie in die Material- und Kräuterkammer werfen, führen Techniken ihres Berufsstandes vor, die nicht mehr angewandt und vermittelt werden. Die Besucher erfahren dabei Wissenswertes über Heilpflanzen, Tinkturen, Pillen und Mixturen. Auch der früher übliche Einsatz von Blutegeln beim "Aderlass" steht auf dem vielseitigen "Lehrplan" der ehrenamtlichen Pharmazeuten. Deshalb locken die sachkundigen Vorführungen nicht nur Laien, sondern auch Fachleute an.

Das Altonaer Museum an der Museumsstraße 23 in 2 27 65 Hamburg-Altona ist unter Telefon 040/4 28 11 50 erreichbar und hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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