Finanzen

Feuerwehren wollen kein Spielball sein

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Dicke Luft zwischen den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten in Büchen und den Kommunalpolitikern: Im Vorfeld der Mitgliederversammlungen der Wehren in Büchen und Büchen-Dorf war durchgesickert, dass die Abteilung in Büchen-Dorf mit 20 Aktiven im 250-Einwohner-Dorf aus Kostengründen eingespart werden könnte

. "Wir benötigen eine verlässliche Politik", forderte Büchens Wehrführer Jürgen Lempges jetzt und kritisierte, dass die Feuerwehren immer wieder ohne Rücksprache zum Spielball öffentlicher Diskussionen würden.

Büchen (insgesamt knapp 6000 Einwohner) ist eine der wenigen Gemeinden im Lauenburgischen, die sich zwei freiwillige Feuerwehren leistet. Beide Wachen liegen nur wenige 100 Meter auseinander. Grund genug für die Politiker, die Kosten zu hinterfragen. Während der Mitgliederversammlung in Büchen sagte Bürgervorsteher Hubertus Doering aber: "Die Gemeindevertretung steht hinter den ehrenamtlichen Helfern." Die Beratung über die Zukunft der Feuerwehr Büchen-Dorf war nicht in einem offiziellen Gremium der Gemeinde Thema.

Doch während eine mögliche Fusion der beiden Wehren vorerst aufgeschoben scheint, ist das Fahrzeug-Konzept der Büchener Feuerwehr über den Haufen geworfen worden. Die 41 Kameraden um Wehrführer Lempges hatten in Absprache mit der Politik schon vor Jahren ein Beschaffungsprogramm aufgelegt, das die Fahrzeugausstattung optimieren sollte. Ein Fahrzeug wäre dadurch eingespart worden. Mittlerweile sind die Finanzen so knapp, dass das alte Logistikfahrzeug nicht mehr einsatzbereit ist und das Ersatzfahrzeug erst in einigen Monaten in Dienst gestellt werden kann.

"Wir wissen sehr wohl um die knappen Finanzen der Gemeinde, aber die Streichung unseres Investitionsplan erfüllt mich mit Sorge", so Lempges. Denn: Möglicherweise ist der Brandschutz in der Gemeinde nicht mehr hundertprozentig zu leisten, wenn technisches Gerät fehlt. "Wir brauchen eine verlässliche Basis. Wir wollen uns auf unsere Politik verlassen können", sagte Lempges.

Marcus Räth (CDU) versicherte während der Versammlung, die Politiker seien dabei, den Haushalt zu konsolidieren. "Leider hatten wir mehr Ausgaben zu schultern als angenommen", bat er um das Verständnis der Retter.

Doch die benötigen für ihre Einsätze - 2008 rückten sie 55 Mal aus, unter anderem löschten sie die brennende Zimmerei von Räth - die entsprechende Technik. Nach langen Bemühungen wird jetzt die Deutsche Bahn AG der Feuerwehr einen Übungswaggon zur Verfügung stellen.

( (tja). )

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