Unser Adventskalender: 21. Tür

Geheimnis des alten Hauses

| Lesedauer: 2 Minuten

Lauenburg (per). Über fast jedes der Häuser an der Elbstraße lassen sich Geschichten erzählen. Oft verbergen sich hinter den alten Türen Legenden und Anekdoten, die von Generation zu Generation weitererzählt werden. Manchmal entpuppt sich allerdings eine Entdeckung weniger geheimnisvoll als ursprünglich angenommen - so wie im Fall des Hauses an der Elbstraße 111.

"Ende der achtziger Jahre haben wir das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert saniert und dabei eine tolle Entdeckung gemacht", erzählt Architekt Peter Szymanski. Eine Wand im großen Eingangsbereich fühlte sich feucht an und der Architekt wollte den Grund dafür finden. Hinter der Holzverkleidung dann die Überraschung: "Wir legten einen gut erhaltenen Brunnen frei, nur der Wasserspeier fehlte", erinnert er sich. Der hätte allerdings ohnehin keine Funktion gehabt, denn der Brunnen war lediglich eine Attrappe, aus der nie Wasser sprudelte, wie die Bauleute später feststellten. Aber die Enttäuschung darüber sollte nicht lange währen. "Wir wollten schließlich wissen, was sich hinter dem Brunnen befand", erzählt er weiter. Was dann kam, verschlug allen Beteiligten die Sprache: "Wir legten ein Tonnengewölbe frei, das in den Berg hinter dem Haus führte." Sollte das etwa der legendäre Geheimgang des Schlosses sein, von dem alte Lauenburger immer wieder erzählen und der angeblich bis an die Elbe führte? Niemand hatte ihn bisher gefunden und trotzdem sind viele Alteingesessene davon überzeugt, dass es ihn gibt. "Das wäre eine sensationelle Entdeckung gewesen", begeistert sich Szymanski noch heute. Doch leider endete der Gang nach nur drei Metern. Das Schloss hinter dem Haus auf dem Berg ist auf diesem Weg also zu keiner Zeit zu erreichen gewesen. Warum der damalige Hausherr sich das Gewölbe bauen ließ, darüber darf spekuliert werden. Vielleicht war er einem guten Wein nicht abgeneigt und schätzte das kühle Lager im Gewölbe. So spannend die Geschichte begann, so unspektakulär endet sie schließlich: Der Brunnen erwies sich als Attrappe und der "Geheimgang" entpuppte sich als Vorratslager. Was bleibt, ist ein wundervoll saniertes Haus, das auf jeden Besucher irgendwie geheimnisvoll wirkt.

Am Montag öffnen wir die Tür eines uralten Plumpsklos in der Stadt Geesthacht

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Lauenburg