Erinnerungsstätte

Neues Gesicht für Elbbergmuseum

Boizenburg (awi/b). Das Elbbergmuseum zwischen dem Boizenburger Ortsteil Vier und dem Stadtzentrum gibt es in seiner bisherigen Form nicht mehr.

Die vor knapp zehn Jahren im Rahmen von Beschäftigungsmaßnahmen geschaffene Erinnerungsstätte mit ihren zwei völlig unterschiedlichen Themenbereichen "KZ-Außenlager" und "DDR-Grenze" ist aufgelöst worden. Das gesamte Gelände soll nach einem von Fachleuten entwickelten Konzept neu gestaltet und in zwei voneinander getrennte Bereiche gegliedert werden.

Oberhalb des Steilufers wird in veränderter Form weiterhin das Thema "KZ-Außenlager" in den beiden Räumen des ehemaligen Küchenkellers präsentiert. Der kleinere ist für ein Lagermodell, historische Luftaufnahmen des Lagers, Originalteile der Lagerbaracke und Vitrinen mit Fundstücken einer Grabung aus dem Jahr 1985 vorgesehen. Der größere Teil soll mit der Präsentation von schriftlichen Zeugnissen, Interviews ehemaliger Häftlingsfrauen und ortsansässiger Zeitzeugen, Audio-Stationen und Landkarten dem Gedenken an die Opfer des NS-Regimes und dem Leidensweg der in Boizenburg inhaftierten Ungarinnen gewidmet werden.

Gegenüber, auf der von den beiden Richtungsfahrbahnen der einstigen Bundesstraße eingeschlossenen "Insel" mit dem noch erhaltenen Wachturm, sollen in Zukunft nur noch Hörstationen, Text- und Bildtafeln über die "Innerdeutsche Grenze" informieren. Die am bisherigen Gemeinschaftsstandort beider Themenbereiche auf dem Elbberg neben der ehemaligen KZ-Baracke installierten Grenzbefestigungsanlagen werden auf dem früheren Grenzstreifen nördlich von Boizenburg in Leisterförde, wo Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern aneinander stoßen, wieder aufgebaut. Die geschichtsträchtigen Erinnerungsstücke bleiben Eigentum der Stadt Boizenburg, die Obhut des Freilichtmuseums übernimmt der Landschaftspflegeverein Mecklenburgisches Elbetal, Heidelandschaft, Schaalsee.

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