Lokalpolitik

Schwierige Zeit für die CDU-Fraktion

Detlef Bienwald

Lauenburg. Lauenburgs CDU-Fraktion in der Stadtvertretung ist zum Auftakt der Legislaturperiode nicht vom Glück verfolgt. Erst verlor sie bei der Kommunalwahl im Mai ihre Alleinherrschaft und muss jetzt mit der wieder erstarkten SPD und je zwei Vertretern von FDP und Die Grünen/Bündnis 90 über kompromissfähige Mehrheiten verhandeln.

Geschwächt wird sie zudem durch den Rücktritt von Stadtvertreterin Monika Horstmann, die nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes auf das Mandat im Parlament verzichtet hat. Die ausgebildete Tischlermeisterin will sich ausschließlich um die Fortführung des familieneigenen Schreinerbetriebes und um ihre beiden Söhne kümmern.

Die Suche nach einem/r Nachfolger/in gestaltet sich schwierig. Sowohl die ehemalige Bürgervorsteherin Kirsten Meissner als auch Enno Horstmann, die bei der Kommunalwahl ihre Bezirke knapp an die SPD-Politiker Bernd Dittmer und Hans-Jürgen Pieper verloren und damals auch über die Liste nicht wieder in die Stadtvertretung rücken konnten, haben abgewunken. Der nächste parlamentserfahrene Listenbewerber wäre Jan Eschke gewesen. Der als Finanzexperte geltende Diplom-Physiker hatte zunächst zugesagt und war von der Stadtverwaltung schon offiziell als Nachrücker veröffentlicht worden, machte dann aber doch aus beruflichen Gründen einen Rückzug. Nächster Kandidat ist jetzt der Verwaltungsfachangestellte Fritjof Dieckow (34), der allerdings nur über Erfahrung als bürgerliches Ausschussmitglied verfügt.

Die nächste Bewährungsprobe steht der CDU-Fraktion am Mittwoch, 17. Dezember, in der nächsten Sitzung der Stadtvertretung bevor. Dann werden erneut die SPD-Anträge auf der Tagesordnung stehen, mit denen die Planungen für den Schrägaufzug gestoppt werden sollen. In der September-Sitzung waren sie wegen der unterschiedlichen Auffassungen über die Befangenheit von CDU-Stadtvertreter Markus Matthießen nach einem Veto von Bürgermeister Harald Heuer von der Tagesordnung genommen worden. Über diesen Widerspruch wird in der nächsten Sitzung verhandelt. Bleiben SPD, Grüne und FDP-Stadtvertreter Sven Distel bei ihrer Haltung, will Heuer erneut sein Veto einlegen. Dann bleibt den Gegnern nur der Klageweg.

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