Verbraucher

Stromkunden müssen tief in die Tasche greifen

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Elke Richel

Lauenburg. Mit der Weihnachtspost flattert vielen Lauenburgern ein Schreiben der Versorgungsbetriebe Elbe ins Haus, das eine saftige Erhöhung des Strompreises zum 1. Januar ankündigt. Damit gehört das kommunale Unternehmen zu den bundesweit 354 Versorgern, die ihre Tarife zum Jahresbeginn erhöhen.

Stadtbetriebe verlangen neun Prozent mehr. Eine Entlastung ist erst im Frühjahr zu erwarten.

Das unabhängige Verbraucherportal Verivox aus Heidelberg spricht von einer "bisher nicht erlebten bundesweiten Explosion des Strompreises".

Auch die Höhe der Preisanpassung durch die Versorgungsbetriebe liegt etwa im Durchschnitt. 8,5 Prozent müssen bundesweit mehr für die Energie aus der Steckdose eingeplant werden, die Versorgungsbetriebe Elbe fordern von ihren Kunden etwa neun Prozent durchschnittlich mehr. Für einen Privathaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden bedeutet das einen Mehraufwand von etwa 70 Euro. In Geesthacht, wo der Preis um 13,2 Prozent angehoben wird, muss mit Mehrkosten von 110 Euro gerechnet werden.

Joachim Schöttler, Chef der Versorgungsbetriebe Elbe, begründet die Preisanhebung nicht nur mit den hohen Strombeschaffungskosten für das Versorgungsunternehmen, und die zeitversetzt an die Verbraucher weitergegeben werden. "Auch die staatlichen Belastungen aus der Förderung erneuerbarer Energien steigen und werden über die Stromabrechung weiterberechnet." Im Klartext: Je mehr der Gesetzgeber die Erschließung erneuerbarer Energien fördert, desto mehr wird der einzelne Stromkunde zur Kasse gebeten.

Trotzdem sieht auch Schöttler zur Nutzung neuer Energiequellen keine Alternative. Sein Unternehmen setzt künftig verstärkt auf die Kraft-Wärme-Kopplung. Gegenwärtig gebe es Überlegungen, ob die Wärme der Faulgase aus dem städtischen Klärwerk zur Stromerzeugung genutzt werden könne. "Unsere Ingenieure berechnen gerade die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten einer solchen Kraft-Wärme-Kopplung", so Schöttler.

Auch den Bau eines eigenen Kraftwerkes für Lauenburg, schließt der Chef der Stadtbetriebe langfristig nicht aus. Das wäre eine weitere Möglichkeit, sich von den großen Energieriesen und deren Preisen unabhängiger zu machen. Eine Sache kann er sich allerdings überhaupt nicht vorstellen: einen Windpark vor den Türen der Schifferstadt. "Der würde unsere schöne Elblandschaft zerstören und Wind gibt es schließlich auch nicht immer", begründet er seine Ablehnung.

Für die Stromkunden der Versorgungsbetriebe Elbe hat der Unternehmenschef aber auch noch eine gute Nachricht parat: "Bleiben die Energiebeschaffungskosten auf dem relativ niedrigen Niveau wie im Moment, werden wir die Preise zum 1. April nächsten Jahres wieder senken."

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