Künstlerhaus

Musikalische Weltpremieren künftig in der Schifferstadt

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Jens Robrahn

Lauenburg. Mit einem neuen Angebot für Kinder startet das Künstlerhaus in das nächste Jahr: Es gibt ein Kinderatelier. Die Idee dazu ist unter anderem durch den Kontakt des Künstlerhauses zum Kindergarten Birnenweg entstanden. So tauchte bald die Frage auf, wie Kinder an die Kunst herangeführt werden können.

Das Künstlerhaus öffnet sich dem Komponistennachwuchs und fördert kleine Künstler.

Kunstpädagoge Bernhard Sdun, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Künstlerhaus, wusste, dass es an der Hamburger Kunsthalle seit vier Jahrzehnten ein Angebot für Kinder gibt.

2009 startet also nach jeder Vernissage am darauf folgenden Wochenende ein Kinderatelier, das durch Studenten der Universität Lüneburg begleitet wird. Zwei junge Lauenburger werden die Kinder ebenfalls bei ihren künstlerischen Versuchen unterstützen. "Das wird keine Bastelstunde", versprach Bernhard Sdun auf der jüngsten Mitgliederversammlung des Vereins. Aus Lauenburg wollen Janina Kuhn (19) und Mehmet Akin (18) die Kinder bei ihren ersten künstlerischen Gehversuchen unterstützen. "Womit Kinder sich beschäftigen, ist oft nur laut und bunt", sagt Janina. Sie will gemeinsam mit Mehmet mehr Wert auf Inhalte legen und Kindern so Kunst nahe bringen.

Mehmet hat die "tolle Atmosphäre im Verein" zur Mitarbeit angeregt. Er selbst ist sehr an Kunst interessiert und freut sich auf die Arbeit mit den Kindern. Der Verein, so Sdun, erhofft sich von seiner Mitarbeit, dass mehr Menschen türkischer Herkunft das Künstlerhaus für sich entdecken.

Eine außerordentlich positive Resonanz des zu Ende gehenden Jahres konnte Ulrike Mechau-Krasemann ziehen. 77 Veranstaltungen wurden 2008 auf die Beine gestellt. Insgesamt 2047 Menschen nahmen daran teil.

Das Angebot reichte von Lesungen, über Konzerte bis hin zu den Ausstellungen und natürlich der Arbeit der Stipendiaten. Der gute Ruf des Hauses ist nun sogar "amtlich". Das Land Schleswig-Holstein hat alle Künstlerhäuser im Norden einer Bewertung unterzogen. "Fachlich fundiert und versiert" werde das Künstlerhaus betrieben, so das Kieler Gütesiegel.

Erstmals wird es 2009 ein Musikstipendium geben. Damit werden Kompositionsarbeiten unterstützt, "die oft schon halb fertig sind und dann in Lauenburg vollendet werden könnten. Die Schifferstadt wird also bald ein Ort regelmäßiger Weltpremieren zeitgenössischer Musik sein.

Die Vorstandswahlen brachten keine Überraschungen: Ulrike Mechau-Krasemann bleibt Vorsitzende, Bernhard Sdun ihr Stellvertreter. Die Kasse wird auch künftig von Ulrike Bühler geführt. Die Kino-Veranstaltungen laufen weiter unter der Regie von Ursula Schildt.

Ein Verkauf des Hauses in der Elbstraße ist weiter unwahrscheinlich. Zwar gebe es immer wieder Interessenten, aber der geforderte Kaufpreis, der deutlich über 460 000 Euro liegt, habe bisher nie zu mehr als Interessensbekundungen geführt. Der Verein hat mit der Stadt einen Miet- und Nutzungsvertrag geschlossen und muss keine Miete zahlen.

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