Umwelt

Silberreiher im Naturschutzgebiet

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Die hübschen "Weißen" sind wieder da. Diesen großen Vogel auf langen Beinen muss man nicht lange suchen. Er prahlt in blendendem Weiß in der vogelreichen Delvenau-Niederung. Er fischt im Bach, liebt aber auch die Aussicht von hohen Bäumen.

Dass er von einem Wanderer mit dem Fernglas anvisiert wird, stört ihn nicht. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, einen weitgereisten Silberreiher zu vertreiben. Von einem zweiten "Weißen" ragen nur Hals, Kopf und ein gelber Schnabel aus dichtem Schilfbestand. Zu den Graureihern halten die Weißen zunächst Abstand. Aber nach einer gewissen Eingewöhnungszeit stehen die eingeflogenen "Weißen" mit den einheimischen "Grauen" dicht beieinander. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass die vorsichtigen Graureiher eine Art Wächterfunktion übernehmen. Also, zwei Silberreiher in der Delvenau-Niederung im Raum Witzeeze, Dalldorf und Zweedorf. Immerhin das Auftauchen dieser hübschen Reiherart im fünften Jahr in Folge. Wahrscheinlich werden sogar noch weitere Silberreiher folgen. Vor zwei Jahren schmückte ein Dutzend dieser weißen Großvögel die stille Landschaft. Oft saßen sie auf Baumspitzen und strahlten bis in die Vorweihnachtszeit wie große weiße Kerzen. Gut, die hübschen weißen Reiher fallen auf. Aber den Luftraum über der Delvenau-Niederung beherrschen in großen V-Formationen die laut rufenden Kraniche, eindrucksvolle Züge der fünf bis sieben Kilogramm schweren Vögel, die auch in unserer Region, sonst aber weiter östlich und nördlich brüten. Kraniche bleiben gern unter sich. Aber auf einem abgeernteten Maisacker bei Zweedorf pickten Kraniche und Graugänse dicht beieinander die nach der Ernte liegen gebliebenen Körner. Als die Kraniche aufsteigen, schlossen sich drei Graugänse der Formation an; wohl noch unverpaarte junge Gänse, die vorübergehend Anschluss suchten.

Ein artenreiches Vogelleben können Naturliebhaber auf den Gewässern und über der stillen Landschaft der Delvenau-Niederung beobachten. Stolzer König dieser Vögel ist unangefochten der Seeadler. Es hat sich gelohnt, dieses Gebiet - gegen viele Widerstände - im Februar 2002 unter Schutz zu stellen.

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