Vergessenen Kindern eine Lebenschance geben

Eigentlich hätten sich Kristina und Traugott Hartmann ihren Ruhestand mehr als verdient. Aber während sich andere Senioren nach einem anstrengenden Arbeitsleben nach Ruhe sehnen oder neue Hobbies entdecken, tourt das Ehepaar durch Deutschland, um für ein Projekt zu werben, das seit zehn Jahren zu ihrem Lebensinhalt geworden ist.

Das afrikanische Sambia erlaubte Ende der 90er Jahre den Aufbau von nicht staatlichen Schulen. Kristina und Traugott Hartmann, die damals für den Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden in Sambia arbeiteten hatten plötzlich eine Idee, wie sie den vielen AIDS-Waisen helfen können, denen bis dahin in dem armen afrikanischen Land niemand eine Chance gab. 1998 gründeten die Hartmanns im ärmsten Stadtteil Buyantanshider der Provinzhauptstadt Kabwe eine christliche Schule für Aids-Waisen und arme Kinder. Daraus entstand der Name "Buyantanshi Open Christian Community School" (Boccs). Später wurden noch sieben weitere Schulen eröffnet - immer mitten in den schlimmsten Armenvierteln von Kabwe. In diesen Einrichtungen können Kinder, die meist in bettelarmen Verhältnissen leben, zur Schule gehen und erhalten ein warmes Mittagessen. Möglich ist das durch die Unterstützung des Mülheimer Verbandes Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden. Hier werden die Spendenaktionen koordiniert und Patenschaften für die Kinder vermittelt.

Auch mit der Christusgemeinde in Lauenburg, die zum Mühlheimer Verband gehört,. sind die Hartmanns seit Jahren verbunden. "Wir unterstützen das Projekt moralisch und finanziell", erzählt Pastor Dirk Seifert und freut sich, dass das Ehepaar am Sonntag, 9.November im Christus-Gemeindehaus, Alte Wache 8a, zu Gast sein und über die Schulen berichten wird. "Wir haben unseren Gottesdienst extra auf 15 Uhr verschoben", sagt er mit Rücksicht auf den prall gefüllten Terminkalender der Ruheständler.

Wenn Kristina und Traugott Hartmann für das Projekt in Deutschland die Werbetrommel rühren, wissen sie genau, dass im fernen Sambia alles in ihrem Sinne weiterläuft. Ihre Kinder Diethelm, Martin und Andrea führen nun die Geschäfte des Projektes.

www.boccs.de

( (per). )

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