Ein Stadtteil im weltweiten Netz

| Lesedauer: 2 Minuten
Elke Richel

Wenn eine kleine Stadt wie Lauenburg nicht nur eine eigene Internetseite hat, sondern sogar eine virtuelle Stadtteilzeitung, ist das schon etwas Besonderes. Ausgerechnet der Stadtteil Moorring, der sonst mit seinem schlechten Image kämpfen muss, ist in dieser Sache Vorreiter. Und die Seite kann sich wirklich sehen lassen. Besonders auffallend: sie ist eine Plattform für die Bewohner selbst.

Erleben, Mitmachen und Erzählen steht auf den Buttons und wer darauf klickt, findet kleine und große Geschichten aus dem Moorring. Menschen erzählen von alltäglichen Begebenheiten oder Vereine berichten von ihrer Arbeit. Aber auch wie das Wetter in der Schifferstadt wird, erfährt man auf dieser Seite. Auffallend: Verglichen mit anderen Webseiten ist diese fast immer auf dem neusten Stand.

Gefördert wurde das Projekt durch Gelder des Programms "Lokales Kapital für soziale Zwecke (LOS)". "Seit Januar vergangenen Jahres sind wir mit der Seite im Netz", erzählt Wolfgang Fabian, der das Experiment von Anfang an begleitet. Der Journalist aus Lüneburg ist in der Schifferstadt kein Unbekannter. Als ehemaliger Projektleiter ist er für die Showtanzgruppe "Ghetto-Breakerdance" nach wie vor ein gefragter Ansprechpartner. Das sei ihm auch wichtig, erzählt er, auch wenn er inzwischen für sein Engagement in Lauenburg keinen Cent erhält. Die LOS-Förderung sei zwar ausgelaufen, aber schließlich könne man die Kids ja nicht im Regen stehen lassen. Besonders Jugendliche, denen sonst kaum jemand eine Chance gibt, liegen ihm am Herzen. "In ihnen schlummert oft eine große Kreativität, die man nur wecken muss", weiß er aus zahlreichen Projekten, die er auch in seiner Heimatstadt Lüneburg begleitet.

Die virtuelle Stadtteilzeitung für den Moorring betreut er nach wie vor. "Es wäre aber schön, wenn sich jetzt ein Redaktionsteam zusammenfindet, damit die Sache nicht einschläft." Besondere Fähigkeiten seien dazu nicht erforderlich. "Jeder Mensch hat interessante Dinge zu sagen, er muss sich nur trauen", ist er sich sicher. "Wer dann noch ein Schreibprogramm beherrscht und mit offenen Augen durch seinen Stadtteil geht, sei für die Mitarbeit geeignet.

Ein paar Anläufe, die Sache ins Rollen zu bringen, gab es schon. "Wir haben Faltblätter verteilt und für die Mitarbeit geworben. Besonders gute Erfahrungen hat Wolfgang Fabian im vergangenen Jahr mit den Hauptschülern der Hasenbergschule gemacht. Die 9. Klasse hat sechs Firmenportraits veröffentlicht und sich dabei als besonders kreativ erwiesen. "Jeder, der Spaß daran hat, kann mitarbeiten", ermutigt der erfahrene Journalist. Er wird das Team natürlich begleiten - ehrenamtlich.

www.moorring-online.de

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Lauenburg