"Panzersperre" für Wanderweg

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Jens Robrahn

Nicht nur Spaziergänger, die am Elbe-Lübeck-Kanal in der Nähe des Bahnhofs Erholung suchen, ärgern sich darüber, dass der Rad- und Wanderweg Richtung Schleuse zurzeit mit mehreren schweren Betonringen versperrt ist.

Auch Mitarbeiter der Bahn, die am Mittwoch entlang der Wegstrecke arbeiten wollen, stehen einigermaßen fassungslos vor der Absperrung, die durchaus mit den Sicherheitseinrichtungen vor manchen Berliner Botschaften mithalten kann.

Auf jeden Fall kommen sie mit ihrem VW-Transporter samt Anhänger an dieser Stelle partout nicht weiter. "Gut, dass wir heute nichts Schweres zu transportieren haben", sagt einer der Arbeiter, die gegenüber der Presse nicht einmal ihren Namen nennen dürfen. Lacht, und versucht darauf hin, mit seinem Gespann auf einem kleinen Parallelweg so nah wie möglich an seine Einsatzstelle für den Arbeitstag zu gelangen.

Die Sperrung entdeckt haben Alfred Hoffmeister und Christian Bollhorn, die hier regelmäßig mit Dackelhündin Sina Spaziergänge unternehmen. "Vor etwa zwei Wochen war hier ein Erdwall aufgeschüttet, eine Woche darauf waren dann de Betonringe platziert, berichten die beiden. Und beklagen die möglichen Risiken, weil die überraschende Sperrung für Radfahrer im Dunkeln eine Gefährdung darstelle. Auch für Rettungsfahrzeuge sei der Bereich hinter der Absperrung nun nicht mehr erreichbar, kritisieren die beiden Spaziergänger.

Die naheliegende Vermutung, dass das Gelände der Deutschen Bahn gehört, diese mithin für die Sperrung verantwortlich ist, bestätigt sich nicht: "Es handelt sich nicht um ein Bahngelände", erklärt Egbert Meyer-Lovis, DB-Pressesprecher in Hamburg. Die Fläche entlang des Elbe-Lübeck-Kanals gehört dem Bundeseisenbahnvermögen (BEV), das eine nachgeordnete Behörde des Bundesverkehrsministeriums ist. Beim 1994 gegründeten BEV werden auch solche Flächen verwaltet, die nicht für den unmittelbaren Betrieb der Bahn notwendig sind.

Des Themas hat sich zwischenzeitlich auch Bürgermeister Harald Heuer angenommen. "Seit 30 Jahren wird der Weg von Spaziergängern und Radfahrern genutzt", sagt Heuer. Nie geklärt worden sei die Frage, wer die haftungsrechtliche Verantwortung trägt. Das BEV erwarte von der Stadt eine Haftungsfreistellung, habe bis dahin den Weg gesperrt, erklärt Heuer den schwierigen Verwaltungsvorgang. Nach einer Ortsbesichtigung habe die Vertreterin des BEV aber schnell dafür Sorge getragen, dass der Weg zumindest für Fußgänger und Radfahrer wieder passierbar ist. Heuer kündigte an, dass die offene Haftungsfrage innerhalb der nächsten zwei Wochen geklärt werden wird.

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