Angst vor der Brandstifterin

| Lesedauer: 3 Minuten
Timo Jann

Experten vermuten Einsatz von Brandbeschleunigern und mahnen zu mehr Aufmerksamkeit.

Ein oder mehrere Brandstifter versetzen zurzeit die Menschen am Moorring in Angst und Schrecken. "Wir haben hier eine Brandserie, die in ihrer Gefährlichkeit nicht zu unterschätzen ist", erklärt Lauenburgs Feuerwehrchef Thomas Burmester. Rund ein Dutzend Brände mussten die Feuerwehrleute in jüngster Vergangenheit in der Siedlung schon bekämpfen. "Bisher gibt es nur Spekulationen, aber keine konkreten Hinweise auf den oder die Täter. Augen auf und den Notruf 110 wählen", appelliert Polizeichef Gerd Grundmann an die Anwohner und rät zu mehr Aufmerksamkeit.

Nachdem vor eineinhalb Wochen Müllcontainer und ein Golf gebrannt hatten (wir berichteten), ging es am vergangenen Wochenende gleich Schlag auf Schlag: Zunächst brannte am Büchener Weg am Freitagabend gegen 20 Uhr ein Mülleimer. "Das war schnell erledigt, aber nachts um 3 Uhr wurde es dann ernster", berichtet Burmester. Am Moorring stand ein gelber Müllcontainer für Abfälle mit dem "Grünen Punkt" in Flammen. "So lichterloh, wie der gebrannt hat, ist da bestimmt mit Brandbeschleuniger nachgeholfen worden", meint Burmester. Während sich die Retter nach den Löscharbeiten auf den Rückweg zur Wache machten, bemerkten sie einen hellen Feuerschein. Am Nachbarschaftstreff ToM brannte ebenfalls ein Müllcontainer.

"Der oder die Täter haben mit uns Katz und Maus gespielt."

"Hier war es haarscharf. Die Flammen schlugen an der Fassade hoch und hätten beinahe auf das Dach und das Innenleben der Wände übergegriffen", sagt Burmester. Nur weil die Feuerwehrleute zufällig vorbei kamen, konnten sie einen Brand des beliebten Treffpunktes ToM verhindern.

In der Nacht zum Sonntag setzte sich die Brandserie dann fort. Wieder ging es gegen 3 Uhr los. Erst brannte am Moorring ein Müllcontainer. Noch während der Löscharbeiten ging die Meldung ein, dass an der Straße "In de Lips" ebenfalls ein Brand wüten würde. Und noch während die Feuerwehr dort löschte, brannte es schon wieder am Moorring. "Der oder die Täter haben mit uns Katz und Maus gespielt, offenbar wurde uns immer ein Stück voraus gezündelt", sagt der Wehrführer. Eine Fahndung der Polizei in der Siedlung brachte bisher keine konkreten Hinweise auf mögliche Täter.

Die Feuerwehr hat wegen der Vielzahl der Bandstiftungen ihre Strategie bereits angepasst. "Bisher sind wir bei solchen kleineren Bränden nur mit dem Tanklöschfahrzeug ausgerückt. Jetzt nehmen wir immer gleich ein zweites Wasser führendes Fahrzeug mit und fahren von zwei Seiten zur Einsatzstelle, um mögliche weitere Brandherde schon auf der Anfahrt frühzeitig zu entdecken", erklärt Thomas Burmester die neue Situation. Seine Kameraden haben unruhige Nächte hinter sich und sind weiterhin rund um die Uhr ehrenamtlich einsatzbereit.

"Ich hoffe nur, dass sich der oder die Täter vor Augen führen, was sie mit den Brandstiftungen anrichten können. Bisher war es nur Zufall, dass keine großen Gebäude- oder sogar Personenschäden entstanden sind", sagt der Feuerwehrchef.

Eine Brandserie in Wentorf endete im Sommer abrupt, nachdem nach 40 brennenden Müllcontainern eine ganze Carportanlage durch ein außer Kontrolle geratenes kleineres Feuer in Flammen aufgegangen war.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Lauenburg