Geesthacht

Sozialkaufhaus ist eine Erfolgsgeschichte

Awo-Einrichtung vermittelt in zehn Jahren 100 Menschen in Arbeitsgelegenheiten

Geesthacht.  Das Sozialkaufhaus der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Lauenburger Straße ist eine Erfolgsgeschichte. In den zehn Jahren seines Bestehens konnten 100 Langzeitarbeitslose, die zur Wiedereingliederung in die Berufswelt im Kaufhaus gearbeitet haben, in Arbeitsgelegenheiten vermittelt werden.

„Viele Langzeitarbeitlose waren zuvor sozial isoliert, die Anerkennung von unseren Kunden, das Gefühl, gebraucht zu werden und einer sinnvollen Aufgabe nachzugehen, bei der sie anderen helfen, gibt ihnen den Antrieb“, erklärt Bodo Krüger, Projektleiter für die Region. Insgesamt sieben Kaufhäuser betreibt die Awo in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn. Nicht nur für Langzeitarbeitslose ist die Einrichtung eine Chance, sondern auch für Jugendliche, die mal krumme Sachen gemacht haben. Sie leisten dort Sozialstunden ab. Die Awo bietet zudem ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in ihren Kaufhäusern an.

„Es kommt gar nicht so selten vor, dass das Jobcenter uns jemanden schickt, der gleich am ersten Tag maulig ist und sagt, dass er nicht weiß, was er hier überhaupt soll. Nach einer Woche sieht es meistens schon ganz anders aus. Genau die gleiche Person ist dann aufgeblüht und sagt, sie will am liebsten im Sozialkaufhaus bis zur Rente bleiben“, berichtet Krüger von seinen Erfahrungen.

Ob Schrankwand, Sofa, Küchentisch, Geschirr oder Kleidung – im Awo-Sozialkaufhaus bekommen Bezieher von Hartz IV oder Geringverdiener die Waren zu einem günstigen Preis. So kosten Gläser beispielsweise 50 Cent, eine Sofaecke 40 Euro. Zwischen 150 und 200 Menschen kommen pro Tag in das Sozialkaufhaus. „Einige Kunden kommen jeden Tag und schauen, was neu eingetroffen ist“, sagt Betriebsleiterin Susanne Pensky.

26 Mitarbeiter arbeiten in zwei Schichten zu je sechs Stunden im Sozialkaufhaus. Nicht nur im Verkauf. Die gespendeten Waren müssen einsortiert oder Termine abgesprochen werden. Zwei Transporter sind im Einsatz, mit denen Möbel bei den Spendern abgeholt und zu den Kunden ausgeliefert werden. „Momentan fehlen uns Fahrer und Leute, die bei den Möbeln mit anpacken“, sagt Susanne Pensky.

Wer das Sozialkaufhaus unterstützen möchte, kann Sachspenden von 9 bis 17 Uhr abgeben. Weitere Infos und Terminabsprachen: (0 41 52) 9 16 10 10 oder per E-Mail an sozialkaufhaus.geesthacht @awo-bildungundarbeit.de.