Ermittlungen

Weitere 37 Flüchtlinge nach Escheburg

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Foto: Timo Jann

Escheburg. Die Polizei hat offenbar erste Hinweise auf einen möglichen Täter des Brandanschlags vom Montag. Unterdessen ist bekannt geworden, dass Escheburg dieses Jahr weitere 37 Flüchtlinge aufnehmen soll.

Trotz des Widerstands, der in Teilen Escheburgs gegen die Unterbringung von Kriegsflüchtlingen herrscht, wird eine weitere Unterkunft für die Hilfesuchenden im Dorf geplant: An den AKN-Bahngleisen im Bereich Radelsweg soll eine mobile Unterkunft aus Containern für 20 Personen errichtet werden. Das teilten jetzt das Amt Hohe Elbgeest und die Gemeinde mit.

„Insgesamt sollen in Escheburg 40 Personen untergebracht werden“, erklärt Amtsvorsteherin Martina Falkenberg. Am Radelsweg beim Ponyhof Pfeiffer verfügt die Gemeinde Escheburg über ein Grundstück, das schon in den 90er-Jahren als Standort für ein kleines Containerdorf gedient hatte.

Polizei hat „vage Hinweise“ auf den Brandstifter

Polizei und Staatsanwaltschaft waren auch gestern weiter mit Hochdruck dabei, den Täter zu ermitteln, der am Montag einen Brandsatz in ein Holzhaus in der Straße Am Golfplatz geworfen hatte. Dort sollten sechs Kriegsflüchtlinge aus dem Irak einziehen (wir berichteten). Es gibt nach Informationen unserer Zeitung bereits „vage Hinweise“ auf einen möglichen Täter. Der Kanister, den der Brandstifter am helllichten Tag durch ein zerstörtes Fenster ins Erdgeschoss geworfen hatte, wurde ganz genau kriminaltechnisch untersucht.

Helferkreis will Vorbehalte gegen Flüchtlinge abbauen

Unterdessen trifft sich heute Abend der Helferkreis, der sich in Escheburg um die Betreuung der bereits aufgenommenen und noch erwarteten Kriegsflüchtlinge kümmert. „Seit Mitte Dezember arbeiten wir dörferübergreifend daran, Kreise aufzubauen, die Kontakt suchen, ins Gespräch kommen, Begleitung und Hilfe anbieten, Fragen und Probleme klären“, berichtet Escheburgs Pastorin Christel Rüder.

Im Amtsgebiet sind aktuell 112 Flüchtlinge untergebracht. In diesem Jahr dürfte die Zahl nach Einschätzung der Verwaltung wahrscheinlich auf 200 steigen, wobei sich deren Zustrom nicht genau kalkulieren lässt. Zurzeit sind die Menschen in Wohltorf, Aumühle, Dassendorf, Börnsen und Worth untergebracht. Eine weitere Unterkunft soll in Kröppelshagen entstehen.

Nach Renovierung ziehen Flüchtlinge ins Holzhaus ein

In Escheburg leben aktuell drei Asylbewerber, in das von dem Brandanschlag betroffene Holzhaus sollten insgesamt zwölf Menschen einziehen. Nach der Renovierung soll das in rund einem Monat auch passieren. Insgesamt sind für Escheburg dieses Jahr 40 Flüchtlinge vorgesehen. Die Dassendorfer Bürgermeisterin ist aber überzeugt davon, dass sich – anders, als es die Kritiker aus dem Umfeld des Holzhauses vermuten – auch die für Dienstag erwarteten sechs Männer integrieren lassen.

Mehr zu den Aktivitäten des Amtes Hohe Elbgeest lesen Sie in der Printausgabe der Bergedorfer Zeitung / Lauenburgischen Landeszeitung vom Donnerstag, 12. Februar. ePaper / Abo

( tja )

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