Geesthacht

Wer hat an der Uhr gedreht?

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Christoph Brix

ANS: An der Gemeinschaftsschule dauert eine Schulstunde jetzt 60 Minuten

60 statt bisher 45 Minuten - Die Alfred-Nobel-Schule (ANS) hat zum Beginn dieses Schuljahres eine umfassende Strukturreform des Stundenplans vorgenommen: Eine Schulstunde dauert nun eine volle Stunde.

Wie bisher beginnt der Unterricht an der ANS um 7.45 Uhr, aber nach der zweiten und vierten Stunde gibt es nun jeweils eine 20 Minuten lange Pause. Die fünfte Stunde - die letzte am Vormittag - endet um 13.35 Uhr. Der Nachmittagsunterricht beginnt dann wieder um 14.05 Uhr.

"Von der Umstrukturierung versprechen wir uns mehr Gestaltungsspielraum für den Unterricht, mehr Raum für Experimente sowie mehr Zeit für den einzelnen Schüler", so Elternbeirat Manfred Strecker. Die Veränderung des Tagesablaufs wurde an der offenen Ganztagsschule demokratisch getroffen. Strecker: "Der Beschluss wurde von allen Interessenvertretern - Schulleitung, Lehrern, Elternvertretern und der Schülerverwaltung - in einer fairen und offenen Diskussion getroffen." Ein weiter Weg bis dahin: Die Idee einer Zeitumstellung wurde bereits auf der Schulkonferenz im November 2012 diskutiert, danach erarbeitete eine Arbeitsgemeinschaft ein Konzept. "Zuerst einmal mussten wir uns überlegen, was ist denn sinnvoll", so Herbert Wermker, stellvertretender Schulleiter. "90 Minuten wären zu lang gewesen". Die vom Lehrplan geforderte Stundenzahl pro Woche in den einzelnen Fächern wird durch zwei unterschiedliche Wochenstundenpläne (A- und B-Woche) aufgefangen. Die endgültige Entscheidung fiel dann in der Schulkonferenz am 30. Mai 2013.

Und heute, knapp drei Monate danach? "Meine Tochter ist richtig aufgeblüht", sagt Katrin Ehlers. Ihre Tochter wechselte in den Sommerferien von der Grundschule in die 5 b der ANS. Einer der Gründe für ihre Einschulung auf der Alfred-Nobel-Schule sei gerade die neue Taktung gewesen. "So haben die Lehrer mehr Zeit für den einzelnen Schüler pro Unterrichtsstunde."

Und auch bei älteren Schülern kommt der neue Stundenplan gut an: "Wenn wir zum Beispiel einen englischen Text lesen, dann haben wir nun auch noch Zeit, diesen vernünftig nachzuarbeiten", sagt Schülersprecherin Eileen Witt.

Ihre Klassenkameradin Finya Bauerschmidt beobachtet ein verändertes Lernverhalten durch ein verbessertes Lehrverhalten. "Für einen unvorbereiteten Lehrer können 60 Minuten lang werden", scherzt Wermker. Doch auch das sei ein Ziel: Weg vom Frontalunterricht hin zu mehr eigenständiger Problemlösung sowie Gruppenarbeit.

"Allerdings ist noch nichts in Stein gemeißelt", so Schulleiter Rüder. Erst nach diesem Schuljahr könne man konkret sagen, welche der gesteckten Ziele erreicht worden seien und wo noch Veränderungsbedarf bestehe.

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