Geesthacht

Ponyreiten - Tradition kontra Tierschutz

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Konflikt: Auf dem Jahrmarkt liefen Kleinpferde im Kreis - CDU-Politiker spricht von Tierquälerei

Kleine Kinder lieben es, Tierfreunden ist es ein Dorn im Auge: Auch auf dem Geesthachter Jahrmarkt liefen vor wenigen Tagen wieder Ponys im Kreis. "Das ist doch Tierquälerei", sagt der Geesthachter CDU-Politiker Christoph Bähnk. Der 23-Jährige kritisiert unter anderem, dass die Tiere zum Spaß der Marktbesucher immer wieder in einem viel zu kleinen Rondell im Kreis laufen müssten.

Der Besitzer der fünf Ponys kann die Aufregung dagegen nicht verstehen: "Es ist jedes Jahr dasselbe", sagt Ingo Lauenburger. "Ich habe alle nötigen Papiere." Unter anderem eine Betriebserlaubnis nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes. "Diese Betriebserlaubnis wird von dem Kreisveterinär erteilt, in dessen Gebiet der Antragsteller wohnt", erklärt Kreis-Sprecher Karsten Steffen. Zwar würden die Amtstierärzte sporadisch Kontrollen durchführen, in Geesthacht wäre dies aber nicht geschehen.

"Gültige Papiere sind eine Sache. Aber mich stört, dass die Stadt das auf ihrem Herbstmarkt zulässt", betont dagegen Bähnk. Für ihn unterstütze die Stadt mit der Vergabe einer Standfläche Tierquälerei. Aufseiten der Stadtverwaltung kann man diesen Vorwurf nicht nachvollziehen: "Das Traditionsunternehmen Lauenburger kommt seit 30 Jahren nach Geesthacht", erklärt Torsten Heuer, Pressesprecher der Stadt.

Allerdings nennen sowohl Heuer als auch Steffen einen wichtigen Punkt in den Voraussetzungen für die Erteilung einer Betriebserlaubnis nach dem Tierschutzgesetz: Die Ponys dürfen maximal 30 Minuten in eine Richtung geführt werden. Spätestens danach muss unbedingt ein Richtungswechsel erfolgen.

"Das hat ein Gerichtsurteil widerlegt", kontert Lauenburger. Ein Richtungswechsel sei für die Tiere nicht erforderlich. Ob es auf dem Geesthachter Jahrmarkt zu einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gekommen ist, lässt sich nicht mehr feststellen. Fakt ist: Nächstes Jahr wird es kein Ponyreiten mehr geben. Lauenburger geht in Rente.

( (cbx). )

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